Kei­ne Alters­gren­ze für Nach­wuchs­wis­sen­schaft­ler

Eine Alters­gren­ze von 40 Jah­ren für Anstel­lungs­ver­trä­ge mit Nach­wuchs­wis­sen­schaft­lern stellt nach einem aktu­el­len Urteil des Lan­des­ar­be­tis­ge­richts Köln eine unge­recht­fer­tig­te Alters­dis­kri­mi­nie­rung dar.

Kei­ne Alters­gren­ze für Nach­wuchs­wis­sen­schaft­ler

Anlass für das Urteil des Lan­des­ar­beits­ge­richts war die Kla­ge eines im Janu­ar 1968 gebo­re­nen Wis­sen­schaft­ler, der seit dem 01.06.2005 auf einer zuletzt bis zum 30.06.2008 befris­te­ten Stel­le der beklag­ten Uni­ver­si­tät an sei­ner Habi­li­ta­ti­on gear­bei­tet und die­se noch nicht fer­tig­ge­stellt hat­te. Im sta­tis­ti­schen Durch­schnitt wer­den 4,8 Jah­re für eine Habi­li­ta­ti­on benö­tigt. Nach einem Rek­to­rats­be­schluss der Uni­ver­si­tät wird die Beschäf­ti­gung auf einer sol­chen Stel­le grund­sätz­lich nur zuge­las­sen, wenn der Arbeits­ver­trag bis zur Voll­endung des 40. Lebens­jah­res, spä­tes­tens ein hal­bes Jahr danach, endet. Des­halb wur­de der Ver­trag nicht mehr ver­län­gert.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln hat die auf­grund der Alters­gren­ze erfolg­te Befris­tung des Arbeits­ver­tra­ges zum 30.06.2008 nach § 7 Abs. 2 AGG für unwirk­sam erklärt. Die von der Uni­ver­si­tät ver­füg­te star­re Alters­gren­ze wur­de vom Lan­des­ar­beits­ge­richt als nicht ange­mes­sen beur­teilt. Sie kön­ne durch das von der Uni­ver­si­tät ange­führ­te Ziel, eine Her­ab­set­zung des Erst­be­ru­fungs­al­ters von Pro­fes­so­ren zu errei­chen, nicht gerecht­fer­tigt wer­den.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig, das Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln hat wegen der grund­sätz­li­chen Bedeu­tung der Sache die Revi­si­on zum Bun­des­ar­beits­ge­richt zuge­las­sen.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Urteil vom 12.02.2009, Az. 7 Sa 1132/​08