Kei­ne erhöh­te Pflicht­stun­den­zahl bei Leh­rern in Meck­len­burg-Vor­pom­mern

In Meck­len­burg-Vor­pom­mern kann das Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um eine erhöh­te Pflicht­stun­den­zahl bei Leh­rern, die am Leh­rer­per­so­nal­kon­zept teil­neh­men, nicht durch­set­zen. In einem jetzt ver­kün­de­ten Urteil hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt fest­ge­stellt, dass die ab dem Schul­jahr 2004/​2005 durch das Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um vor­ge­nom­me­ne Erhö­hung der Pflicht­stun­den für Leh­rer unwirk­sam ist, soweit die­se Leh­rer am Leh­rer­per­so­nal­kon­zept in Form der fle­xi­blen Teil­zeit­ar­beit teil­neh­men.

Kei­ne erhöh­te Pflicht­stun­den­zahl bei Leh­rern in Meck­len­burg-Vor­pom­mern

Zur Ver­mei­dung betriebs­be­ding­ter Kün­di­gun­gen wegen der zurück­ge­hen­den Schü­ler­zah­len gibt es eine Ver­ein­ba­rung zwi­schen dem Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um und der GEW und ande­ren Berufs­ver­bän­den der Leh­rer­schaft, nach der die Leh­rer nur noch teil­zeit­be­schäf­tigt tätig sind, und die Teil­zeit­quo­te von Schul­jahr zu Schul­jahr ent­spre­chend dem schwan­ken­den Bedarf neu vom Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um ein­sei­tig fest­ge­legt wer­den darf. Die­ses Leh­rer­per­so­nal­kon­zept soll so lan­ge durch­ge­führt wer­den, bis wie­der alle Leh­rer voll­be­schäf­tigt tätig sein kön­nen.

Im Vor­lauf zum Schul­jahr 2004/​2005 hat­te das Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um fest­ge­stellt, dass an sich die Teil­zeit­quo­ten der Leh­rer erhöht wer­den müss­ten. Da dafür kei­ne Haus­halts­mit­tel vor­ge­se­hen waren, hat sich das Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um ent­schlos­sen, die Anzahl der wöchent­li­chen Unter­richts­stun­den für jeden Leh­rer so zu erhö­hen, dass trotz­dem der gesam­te Unter­richt mit den vor­han­de­nen Leh­rern abge­deckt wer­den kann.

Dage­gen haben meh­re­re Leh­rer, die am Leh­rer­per­so­nal­kon­zept in Form der fle­xi­blen Teil­zeit­ar­beit teil­neh­men, geklagt. Die Kla­gen waren erfolg­reich. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat ent­schie­den, dass die Erhö­hung der Pflicht­stun­den­zahl unzu­läs­sig war, da sie kei­ne schul­po­li­ti­schen Zie­le ver­folg­te, son­dern allein dazu die­nen soll­te, die Haus­halts­pro­ble­me des Lan­des zu lösen. Damit habe das Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um die fle­xi­blen Anpas­sungs­in­stru­men­te nach dem Leh­rer­per­so­nal­kon­zept, die allein zur Reak­ti­on auf den Gebur­ten­rück­gang ver­ein­bart waren, zweck­wid­rig genutzt, um ein­sei­tig gegen­über der Leh­rer­schaft etwas durch­zu­set­zen, das in der übri­gen Lan­des­ver­wal­tung nur im Rah­men eines Tarif­ver­tra­ges und im Ein­ver­neh­men mit den Gewerk­schaf­ten abver­langt wer­den konn­te.

Das Urteil des Lan­des­ar­beits­ge­richts ist noch nicht rechts­kräf­tig. Es kann Revi­si­on beim Bun­des­ar­beits­ge­richt in Erfurt ein­ge­legt wer­den. Das Urteil wird daher zunächst kei­ne Aus­wir­kun­gen auf die schu­li­sche Pra­xis haben.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Urteil vom 31. Janu­ar 2006 – 5 Sa 156/​05