Kei­ne Pro­zess­kos­ten­hil­fe für Alters­dis­kri­mi­nie­rung

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln hat einem 61jährigen Mann Pro­zess­kos­ten­hil­fe ver­sagt, der auf Scha­den­er­satz wegen Alters­dis­kri­mi­nie­rung gemäß § 15 AGG klagt.

Kei­ne Pro­zess­kos­ten­hil­fe für Alters­dis­kri­mi­nie­rung

Der Klä­ger hat­te sich am 06.03.2010 um eine Stel­le als Ver­triebs­lei­ter mit 15 unter­stell­ten Mit­ar­bei­tern bewor­ben. Vor Gericht behaup­tet er, die Per­so­nal­lei­te­rin habe ihm in einem Gespräch im Juli 2009 erklärt, er sei zu alt und pas­se nicht in das Ver­triebs­team.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln hat die Pro­zess­kos­ten­hil­fe abge­lehnt, weil davon aus­zu­ge­hen war, dass der Klä­ger für die Stel­le offen­sicht­lich unge­eig­net war. Er hat­te jeden­falls seit 1986 nach sei­nen eige­nen Bewer­bungs­un­ter­la­gen als Selb­stän­di­ger ohne Per­so­nal­ver­ant­wor­tung gear­bei­tet, wäh­rend die Stel­len­an­zei­ge bereits erwor­be­ne Erfah­run­gen in ähn­li­cher Posi­ti­on wie der eines Lei­ters der Ver­triebs­ab­tei­lung ver­lang­te. Dass das Alter bei der Ableh­nung tat­säch­lich kei­ne Rol­le gespielt hat, stand für das Lan­des­ar­beits­ge­richt auch des­halb fest, weil der Klä­ger im Juli unan­ge­mel­det bei der Fir­ma erschie­nen war, ein Gespräch mit der Per­so­nal­lei­te­rin gefor­dert und, ohne das übri­ge Bewer­ber­feld zu ken­nen, behaup­tet hat­te, der best­qua­li­fi­zier­tes­te Bewer­ber zu sein. Aus einer sol­chen Pro­vo­ka­ti­on und Selbst­über­schät­zung – so das Lan­des­ar­beits­ge­richt – habe die Fir­ma nur den Schluss auf die feh­len­de Eig­nung zie­hen kön­nen.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Beschluss vom 10.02.2010 – 5 Ta 408/​09