Ket­ten­be­fris­tun­gen – und die Kon­trol­le ledig­lich frü­he­rer Befris­tun­gen

Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ist bei meh­re­ren auf­ein­an­der­fol­gen­den befris­te­ten Arbeits­ver­trä­gen grund­sätz­lich nur die Befris­tung des letz­ten Arbeits­ver­trags auf ihre Recht­fer­ti­gung zu über­prü­fen.

Ket­ten­be­fris­tun­gen – und die Kon­trol­le ledig­lich frü­he­rer Befris­tun­gen

Durch den Abschluss eines wei­te­ren befris­te­ten Arbeits­ver­trags stel­len die Par­tei­en ihr Arbeits­ver­hält­nis auf eine neue Rechts­grund­la­ge, die künf­tig für ihre Rechts­be­zie­hun­gen allein maß­geb­lich ist. Damit wird zugleich ein etwai­ges unbe­fris­te­tes Arbeits­ver­hält­nis auf­ge­ho­ben.

Die Par­tei­en kön­nen aller­dings in einem nach­fol­gen­den befris­te­ten Arbeits­ver­trag dem Arbeit­neh­mer aus­drück­lich oder kon­klu­dent das Recht vor­be­hal­ten, die Wirk­sam­keit der vor­an­ge­gan­ge­nen Befris­tung prü­fen zu las­sen. In die­sem Fall ist die arbeits­ge­richt­li­che Befris­tungs­kon­trol­le auch für den davor­lie­gen­den Ver­trag eröff­net.

Dazu reicht ein vom Arbeit­neh­mer ein­sei­tig erklär­ter Vor­be­halt nicht aus. Der Vor­be­halt muss viel­mehr – aus­drück­lich oder kon­klu­dent – ver­trag­lich ver­ein­bart sein.

Ob ein der­ar­ti­ger Vor­be­halt ver­ein­bart wur­de, ist vom Gericht der Tat­sa­chen­in­stanz durch Aus­le­gung der bei Abschluss des Fol­ge­ver­trags abge­ge­be­nen aus­drück­li­chen und kon­klu­den­ten Erklä­run­gen der Par­tei­en zu ermit­teln 1.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 12. April 2017 – 7 AZR 436/​15

  1. BAG 23.03.2016 – 7 AZR 70/​14, Rn. 18, BAGE 154, 375; 18.07.2012 – 7 AZR 443/​09, Rn. 12, BAGE 142, 308; 24.08.2011 – 7 AZR 228/​10, Rn. 51, BAGE 139, 109[]