Kla­ge­än­de­rung vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt

Nach § 559 Abs. 1 ZPO ist eine Kla­ge­än­de­rung in der Revi­si­ons­in­stanz grund­sätz­lich aus­ge­schlos­sen. Der Schluss der münd­li­chen Ver­hand­lung in zwei­ter Instanz bil­det nicht nur bezüg­lich des tat­säch­li­chen Vor­brin­gens, son­dern auch hin­sicht­lich der Anträ­ge der Par­tei­en die Ent­schei­dungs­grund­la­ge für das Revi­si­ons­ge­richt.

Kla­ge­än­de­rung vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt

Hier­von hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt Aus­nah­men in den Fäl­len des § 264 Nr. 2 ZPO sowie dann zuge­las­sen, wenn

  • sich der geän­der­te Sach­an­trag auf einen in der Beru­fungs­in­stanz fest­ge­stell­ten oder von den Par­tei­en über­ein­stim­mend vor­ge­tra­ge­nen Sach­ver­halt stüt­zen kann,
  • sich das recht­li­che Prüf­pro­gramm nicht wesent­lich ändert und
  • die Ver­fah­rens­rech­te der ande­ren Par­tei durch eine Sach­ent­schei­dung nicht ver­kürzt wer­den 1.

Danach war in dem hier ent­schie­de­nen Streit­fall eine Ände­rung des Kla­ge­an­trags in der Revi­si­ons­in­stanz zuläs­sig: Durch die erst­mals im Antrag auf­ge­nom­me­ne Beschrän­kung hat der Klä­ger sei­nen Antrag nur in der Höhe begrenzt. Hier­in liegt bei unver­än­der­tem Sach­ver­halt und Kla­ge­grund ledig­lich eine qua­li­ta­ti­ve Beschrän­kung des Kla­ge­an­trags iSd. § 264 Nr. 2 ZPO. Eine Ent­schei­dung über den inso­weit geän­der­ten Kla­ge­an­trag lässt sich auf die vom Beru­fungs­ge­richt fest­ge­stell­ten Tat­sa­chen stüt­zen.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 25. Juni 2019 – 3 AZR 426/​17

  1. vgl. BAG 23.03.2016 – 5 AZR 758/​13, Rn. 36 mwN, BAGE 154, 337[]