Krank­schrei­bun­gen in 2016 – So oft sind die Deut­schen krank

Die Deut­schen sind als Nati­on der Arbei­ter bekannt. Ihre Pro­duk­te über­zeu­gen durch Qua­li­tät und Sorg­falt. So war es bis­her zumin­dest immer. Deut­sche Pro­duk­te sind Zei­chen von Qua­li­tät und Aus­druck. Doch in Deutsch­land selbst scheint sich mehr und mehr ein gegen­sätz­li­cher Trend ab zu zeich­nen: Die Krank­schrei­bun­gen häu­fen sich.

Krank­schrei­bun­gen in 2016 – So oft sind die Deut­schen krank

Nicht krank aber doch eine Krank­schrei­bung

Krankschreibungen in 2016 – So oft sind die Deutschen krankDoch das heißt nicht, dass die Deut­schen häu­fi­ger krank sind. Der Grund ist ein ande­rer: Die Arbeits­mo­ral und -ein­stel­lung scheint sich dras­tisch in Deutsch­land zu wan­deln. Heu­te wird eine Erkäl­tung und der Gang zum Arzt bevor­zugt, als sich ehr­bar sei­ne Bröt­chen zu ver­die­nen. Mit einer Selbst­ver­ständ­lich­keit zur Arbeits­un­ter­sa­gung ver­lie­ren damit auch ande­re deut­sche, wie all­ge­mein­gül­ti­ge Attri­bu­te ihre Gül­tig­keit: Team­geist, gemein­sa­mes Arbei­ten, Wer­ken und Schaf­fen und ein Sinn für die Ver­ant­wor­tung, Empa­thie und das Mit­ge­fühl ande­rer.

Die Zah­len sind erschre­ckend. Neben den offi­zi­el­len Krank­schrei­bun­gen wird die Dun­kel­zif­fer nicht erfass­ter Fehl­ta­ge deut­lich höher geschätzt. Was fehlt den Deut­schen, wovon haben sie zuviel? Der Sinn zur Arbeit? Ein Hang und Drang zur Selbst­ver­ständ­lich­keit? Dann fällt eben­falls ins Auge, dass bei den Krank­schrei­ben mehr und mehr psy­chi­sche Pro­ble­me als Ursa­chen ange­ge­ben wer­den. Ein wei­te­res Indiz dafür, dass in dem Arbeits­land Deutsch­land eine Kluft zu ent­ste­hen droht zwi­schen Arbeits­ver­ständ­nis und Arbeits­ein­stel­lung. Etwas hängt schief bei den Deut­schen. Das ist kein schö­ner Trend und vor allem nicht bei einer Nati­on, in der das ehr­ba­re Arbei­ten Teil ihrer Iden­ti­tät dar­stell­te.

Frau­en sei­en übri­gens häu­fi­ger von Krank­schrei­bun­gen betrof­fen als Män­ner der glei­chen Alters­grup­pe. Auch ist gene­rell der Trend bei den Frau­en zum Kran­ken­schein grö­ßer. detektiv-tudor.com hat genau­er hin­ge­schaut und sich die Zah­len vor Augen geführt. Grö­ßen, die erschre­cken und die Augen auf­ge­ris­sen vor Ver­har­ren nicht mehr schlie­ßen kön­nen.

Krank­schrei­bun­gen in Zah­len

Die Arbeits­na­ti­on Deutsch­land ten­diert zur Nati­on der Kran­ken, Gebrech­li­chen und psy­chisch Kran­ken zu mutie­ren. So wird jeder drit­te Berufs­tä­ti­ge und damit 37% der arbei­ten­den Bevöl­ke­rung min­des­tens ein Mal pro Jahr krank geschrie­ben. Im Durch­schnitt nimmt ein jeder Berufs­tä­ti­ge damit 12,3 Tage zusätz­li­che Aus­zeit von der Arbeit. Addiert ist dies ein zusätz­li­cher Arbeits­platz der dadurch geschaf­fen wird. Ein ande­res Zei­chen von Soli­da­ri­tät in einem Rechts­staat, der an Sozi­al­leis­tun­gen immer mehr abbaut und sei­ne Bür­ger sich selbst über­lässt? Fra­gen Sie sich selbst. Da wankt und schwankt nun auch etwas ganz Selbst­ver­ständ­li­ches, was den Deut­schen ihr Eigen war: Das Arbei­ten. Eine ande­re Umfra­ge hat gezeigt, dass vie­le der Deut­schen ungern oder gar nicht ger­ne zur Arbeit gehen. Die Wer­te lie­gen bei 86% – ein Wert der erschrickt und auch erneut die Fra­ge auf­kom­men lässt, war­um die Deut­schen den Haupt­teil ihres Tages mit etwas fül­len, dem sie sich wider­spens­tig gegen­über sehen. Die Arbeit die sie einst aus­mach­te und defi­nier­te, scheint sie mehr und mehr aus­zu­höh­len und in ihrer Iden­ti­tät zu neh­men. Unter­mau­ert wird die Ver­än­de­rung im Arbeits­ver­ständ­nis durch neue Kul­tu­ren mit ande­ren Wer­te- und Moral­vor­stel­lun­gen. Das unter­läuft auch das bis­her auf Arbeit und Funk­tio­na­li­tät aus­ge­leg­tes sozia­le Gefü­ge, dass sich deut­scher Rechts­staat nennt. Dass die Zah­len Bän­der spre­chen wird nun immer deut­li­cher. Dass die Grün­de dafür auch immer häu­fi­ger in Fra­ge gestellt wer­den, ist eben­falls ein Zei­chen für einen Trend zur Bes­se­rung und zur Wie­der­her­stel­lung alter Tra­di­tio­nen, Wer­te- und Kon­zept­vor­stel­lun­gen. Ein Hoch auf die Arbeit und das sie wie­der Freu­de macht.