Kün­di­gung eines Poli­zis­ten

Die Kün­di­gung eines Poli­zei­an­ge­stell­ten, der im Objekt­schutz tätig war, ist vom Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg für wirk­sam gehal­ten wor­den.

Kün­di­gung eines Poli­zis­ten

Der Poli­zei­an­ge­stell­te hat­te außer­halb sei­nes Diens­tes die Par­ty­dro­ge „liquid ecsta­sy“, GHB, in nicht gerin­ger Men­ge her­ge­stellt. Es wur­den ca. 266 g GHB bei ihm gefun­den. Das Land Ber­lin erklär­te nach Vor­lie­gen der Ankla­ge­schrift der Staats­an­walt­schaft, mit der Ankla­ge auf­grund eines Ver­bre­chens erho­ben wur­de, nach Anhö­rung des Ange­stell­ten die frist­ge­mä­ße Kün­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses. Anhalts­punk­te für einen Kon­sum wäh­rend der Arbeits­zeit oder ein sons­ti­ges Fehl­ver­hal­ten wäh­rend der Arbeits­zeit lie­gen nicht vor.

Nach Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts ist die frist­ge­mä­ße Kün­di­gung wirk­sam. Mit dem Urteil wird die vor­in­stanz­li­che Ent­schei­dung des Arbeits­ge­richts Ber­lin 1 bestä­tigt.

Der Poli­zei­an­ge­stell­te wur­de von dem Land Ber­lin seit 2001 als Wach­po­li­zist im Objekt­schutz beschäf­tigt; er ver­sah sei­nen Dienst in Poli­zei­uni­form und mit Dienst­waf­fe. Das Land Ber­lin kün­dig­te das Arbeits­ver­hält­nis frist­ge­mäß, nach­dem Ankla­ge wegen Ver­sto­ßes gegen das Betäu­bungs­mit­tel­ge­setz erho­ben wor­den war. Der Poli­zei­an­ge­stell­te, der inzwi­schen zu einer Frei­heits­stra­fe von 11 Mona­ten auf Bewäh­rung ver­ur­teilt wur­de, hat die Kün­di­gung für unbe­rech­tigt gehal­ten, weil die Straf­tat außer­dienst­lich began­gen wor­den sei und auch sonst dem beklag­ten Land eine Wei­ter­be­schäf­ti­gung zuge­mu­tet wer­den kön­ne.

Die Kün­di­gungs­schutz­kla­ge wur­de vom Lan­des­ar­beits­ge­richt abge­wie­sen. Nach Auf­fas­sung des Gerichts kann von dem beklag­ten Land nicht erwar­tet wer­den, dass es einen Poli­zis­ten beschäf­tig, der – wenn auch außer­dienst­lich – in schwer­wie­gen­der Wei­se Straf­ge­set­ze gebro­chen hat. Die hoheit­li­chen Auf­ga­ben und Befug­nis­se des Poli­zis­ten erfor­dern eine unbe­ding­te Recht­streue. Auch besteht die Mög­lich­keit, dass der Poli­zist zukünf­tig sei­nen Dienst unter Ein­fluss von Dro­gen aus­üben wür­de, mit für die All­ge­mein­heit unab­seh­ba­ren Fol­gen.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 25. Okto­ber 2011 – 19 Sa 1075/​11

  1. vom 29.03.2011 – 50 Ca 13388/​10[]