Kün­di­gung im Klein­be­trieb – und der Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch

Ein Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch kann grund­sätz­lich nur Arbeit­neh­mern zuste­hen, die Kün­di­gungs­schutz nach dem Kün­di­gungs­schutz­ge­setz genie­ßen.

Kün­di­gung im Klein­be­trieb – und der Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch

In dem hier vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­de­nen Fall war der Arbeit­neh­mer seit 1987 bei der vor­ma­li­gen Arbeit­ge­be­rin in deren Apo­the­ke als vor­ex­ami­nier­ter Apo­the­ken­an­ge­stell­ter beschäf­tigt. Mit Schrei­ben vom 28. Novem­ber 2013 kün­dig­te die­se das Arbeits­ver­hält­nis mit dem Arbeit­neh­mer sowie mit allen übri­gen Beschäf­tig­ten zum 30. Juni 2014. Der Arbeit­neh­mer, der kei­nen Kün­di­gungs­schutz nach dem KSchG genoss, da es sich bei dem Betrieb der vor­ma­li­gen Arbeit­ge­be­rin um einen Klein­be­trieb im Sin­ne von § 23 Abs. 1 Satz 2 bis 4 KSchG han­del­te, hat die Kün­di­gung nicht ange­grif­fen. Die vor­ma­li­ge Arbeit­ge­be­rin führ­te die Apo­the­ke über den 30. Juni 2014 hin­aus mit ver­rin­ger­ter Beschäf­tig­ten­zahl wei­ter. Am 1. Sep­tem­ber 2014 über­nahm eine neue Apo­the­ke­rin auf der Grund­la­ge eines Kauf­ver­tra­ges vom 15. Juli 2014 die Apo­the­ke ein­schließ­lich des Waren­la­gers. In dem Kauf­ver­trag hat­te die Über­neh­me­rin sich zudem zur Über­nah­me und Wei­ter­be­schäf­ti­gung von drei Arbeit­neh­mern ver­pflich­tet.

Der Arbeit­neh­mer hat mit sei­ner Kla­ge zunächst sowohl die vor­ma­li­ge Arbeit­ge­be­rin als auch die Betriebs­über­neh­me­rin auf Wie­der­ein­stel­lung in Anspruch genom­men.

Das Arbeits­ge­richt hat die Kla­ge abge­wie­sen. Der Arbeit­neh­mer hat das arbeits­ge­richt­li­che Urteil nur inso­weit mit der Beru­fung ange­grif­fen, als sei­ne gegen die Betriebs­über­neh­me­rin gerich­te­te Kla­ge abge­wie­sen wur­de. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf hat die Beru­fung des Arbeit­neh­mers zurück­ge­wie­sen 1. Die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on des Arbeit­neh­mers hat­te vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt kei­nen Erfolg:

Ein Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch kann, so das Bun­des­ar­beits­ge­richt grund­sätz­lich nur Arbeit­neh­mern zuste­hen, die zum Zeit­punkt des Zugangs der Kün­di­gung Kün­di­gungs­schutz nach dem KSchG genie­ßen. Ob sich in Klein­be­trie­ben im Ein­zel­fall aus­nahms­wei­se aus § 242 BGB ein Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch erge­ben kann, bedurf­te vor­lie­gend kei­ner Ent­schei­dung. Der Arbeit­neh­mer hät­te einen sol­chen Anspruch erfolg­reich nur gegen­über der vor­ma­li­gen Arbeit­ge­be­rin, die den Betrieb nach Ablauf der Kün­di­gungs­frist des Arbeit­neh­mers zunächst wei­ter­ge­führt hat­te, ver­fol­gen kön­nen. Sei­ne gegen die vor­ma­li­ge Arbeit­ge­be­rin gerich­te­te Kla­ge war aber rechts­kräf­tig abge­wie­sen wor­den.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 19. Okto­ber 2017 – 8 AZR 845/​15

  1. LAG Düs­sel­dorf, Urteil vom 07.10.2015 – 4 Sa 1289/​14[]