Kün­di­gung nach Gel­tend­ma­chung des Min­dest­loh­nes

ine Kün­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses ist unwirk­sam, wenn sie von dem Arbeit­ge­ber als Reak­ti­on auf eine Gel­tend­ma­chung des gesetz­li­chen Min­dest­loh­nes aus­ge­spro­chen wur­de.

Kün­di­gung nach Gel­tend­ma­chung des Min­dest­loh­nes

In einem hier vom Arbeits­ge­richt Ber­lin ent­schie­de­nen Fall wur­de der Arbeit­neh­mer als Haus­meis­ter mit einer regel­mä­ßi­gen wöchent­li­chen Arbeits­zeit von 14 Stun­den bei einer Ver­gü­tung von monat­lich 315,00 € beschäf­tigt, was einen Stun­den­lohn von 5,19 € ergab. Er for­der­te von dem Arbeit­ge­ber den gesetz­li­chen Min­dest­lohn von 8,50 €, wor­auf der Arbeit­ge­ber eine Her­ab­set­zung der Arbeits­zeit auf monat­lich 32 Stun­den bei einer Monats­ver­gü­tung von 325,00 € (Stun­den­lohn 10,15 €) anbot. Nach­dem der Arbeit­neh­mer die Ände­rung der Ver­trags­be­din­gun­gen abge­lehnt hat­te, kün­dig­te der Arbeit­ge­ber das Arbeits­ver­hält­nis.

Das Arbeits­ge­richt Ber­lin hat die Kün­di­gung als eine nach § 612 a BGB ver­bo­te­ne Maß­re­ge­lung ange­se­hen:

Der Arbeit­ge­ber habe das Arbeits­ver­hält­nis gekün­digt, weil der Klä­ger in zuläs­si­ger Wei­se den gesetz­li­chen Min­dest­lohn gefor­dert habe; eine der­ar­ti­ge Kün­di­gung sei unwirk­sam.

Arbeits­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 17. April 2015 – 28 Ca 2405/​15