Kün­di­gung wegen beharr­li­cher Arbeits­ver­wei­ge­rung

Die beharr­li­che Wei­ge­rung eines Arbeit­neh­mers, sei­ne arbeits­ver­trag­li­chen Pflich­ten zu erfül­len, ist "an sich" geeig­net, selbst eine außer­or­dent­li­che frist­lo­se Kün­di­gung zu recht­fer­ti­gen.

Kün­di­gung wegen beharr­li­cher Arbeits­ver­wei­ge­rung

Das gilt nicht nur für die Wei­ge­rung, die ver­trag­lich geschul­de­te Arbeits­leis­tung zu erbrin­gen1, son­dern auch für die Ver­let­zung von Neben­pflich­ten2.

Ein Arbeit­neh­mer wei­gert sich beharr­lich, sei­nen ver­trag­li­chen Pflich­ten nach­zu­kom­men, wenn er sie bewusst und nach­hal­tig nicht erfül­len will. Wel­che Pflich­ten ihn tref­fen, bestimmt sich nach der objek­ti­ven Rechts­la­ge.

Ver­wei­gert der Arbeit­neh­mer die Erfül­lung einer arbeits­ver­trag­li­chen Pflicht in der Annah­me, er han­de­le recht­mä­ßig, hat grund­sätz­lich er selbst das Risi­ko zu tra­gen, dass sich sei­ne Rechts­auf­fas­sung als falsch erweist3.

Neben­ar­bei­ten kön­nen dem Arbeit­neh­mer – vor­be­halt­lich der Wah­rung bil­li­gen Ermes­sens – im Wege des Direk­ti­ons­rechts zuge­wie­sen wer­den, wenn sie dem Arbeits­ver­trag ent­spre­chen. Das ist der Fall bei Auf­ga­ben, die typi­scher­wei­se in dem ver­ein­bar­ten Tätig­keits­be­reich anfal­len oder in zeit­li­cher Hin­sicht nur eine unter­ge­ord­ne­te Bedeu­tung haben. So kann es zB bei der Pfle­ge und Säu­be­rung von Arbeits­mit­teln sowie bei dienst­li­chen Besor­gun­gen lie­gen. Maß­ge­bend sind die Umstän­de des Ein­zel­falls.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 28. Juni 2018 – 2 AZR 436/​17

  1. BAG 14.12 2017 – 2 AZR 86/​17, Rn. 29 []
  2. BAG 19.01.2016 – 2 AZR 449/​15, Rn. 29 []
  3. BAG 22.10.2015 – 2 AZR 569/​14, Rn. 22, BAGE 153, 111 []