Kün­di­gung wegen falsch eti­ket­tier­ter Fleisch­wa­ren

Die Fal­sche­ti­ket­tie­rung von Fleisch­wa­ren kann zur frist­lo­sen Kün­di­gung füh­ren. So hat jetzt das Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln die frist­lo­se Kün­di­gung eines Metz­ger­meis­ters durch eine Super­markt­ket­te für wirk­sam erklärt, der indus­trie­ver­pack­tes Grill­fleisch einen Tag vor Ablauf des Min­dest­halt­bar­keits­da­tums in Packun­gen des Super­markts umver­packt und mit einem neu­en, um drei Tage ver­län­ger­ten Min­dest­halt­bar­keits­da­tum ver­se­hen hat­te. Damit, so das Lan­des­ar­beits­ge­richt, habe er die Kun­den getäuscht und sich gem. § 11 Abs. 1 und § 59 Abs. 1 Nr. 7 LFGB (Lebens­mit­tel-, Bedarfs­ge­gen­stän­de- und Fut­ter­mit­tel­ge­setz­buch) straf­bar gemacht.

Kün­di­gung wegen falsch eti­ket­tier­ter Fleisch­wa­ren

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hielt die Kün­di­gung dabei selbst unter Berück­sich­ti­gung der lan­gen Beschäf­ti­gungs­dau­er von 27 Jah­ren für wirk­sam. Denn der Metz­ger­meis­ter, der sich schon nach einer frü­he­ren, aus ähn­li­chem Anlass aus­ge­spro­che­nen und spä­ter zurück­ge­nom­me­nen Kün­di­gung ver­pflich­tet hat­te, sei­ne Tätig­keit nach den gesetz­li­chen und betrieb­li­chen Vor­schrif­ten zu ver­rich­ten, hat­te vor Gericht selbst erklärt, ähn­li­che Umeti­ket­tie­run­gen fast wöchent­lich vor­ge­nom­men zu haben. Damit müs­se, so die Köl­ner Lan­des­ar­beits­rich­ter, davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass dem Metz­ger­meis­ter jedes Ver­ant­wor­tungs­ge­fühl für die Gesund­heit der Kun­den feh­le. Für den Arbeit­ge­ber bedeu­te das aber die Gefahr mas­si­ven Ruf­scha­dens.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Urteil vom 19. Janu­ar 2009 -5 Sa 1323/​08