Kün­di­gung – wegen Mit­wir­kung an einem Kar­tell­ver­stoß

Die Mit­wir­kung eines Arbeit­neh­mers an einer (Kar­tell-)Straf­tat – sei es in Täter­schaft oder Teil­nah­me – ist grund­sätz­lich geeig­net, eine (außer­or­dent­li­che) Kün­di­gung zu recht­fer­ti­gen.

Kün­di­gung – wegen Mit­wir­kung an einem Kar­tell­ver­stoß

Für die kün­di­gungs­recht­li­che Beur­tei­lung kommt es ent­schei­dend auf das Gewicht der Pflicht­ver­let­zung an, das sich maß­geb­lich nach Art und Aus­maß der Mit­wir­kung des Arbeit­neh­mers bestimmt.

Je nach der Qua­li­tät der Pflicht­ver­let­zung und der Stel­lung des Arbeit­neh­mers im Unter­neh­men kann über­dies Bedeu­tung gewin­nen, ob er Anlass hat­te anzu­neh­men, die wett­be­werbs­wid­ri­gen Hand­lun­gen sei­en dem Arbeit­ge­ber bekannt und wür­den von ihm aus­drück­lich gebil­ligt oder unter­stützt 1.

Der nament­li­chen Erwäh­nung des Arbeit­neh­mers in dem Bescheid des Bun­des­kar­tell­amts kann eine ver­dachts­ver­stär­ken­de Bedeu­tung zukom­men. Allein aus ihr darf aber nicht geschlos­sen wer­den, der Arbeit­neh­mer habe sich nach­weis­lich an wett­be­werbs­wid­ri­gen Preis­ab­spra­chen betei­ligt 2. Ein sol­cher Schluss könn­te allen­falls aus den tat­säch­li­chen Ergeb­nis­sen des kar­tell­amt­li­chen Ver­fah­rens gezo­gen wer­den, soweit die Arbeit­ge­be­rin die­se zu ihrem eige­nen Vor­trag gemacht haben soll­te.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 18. Juni 2015 – 2 AZR 256/​14

  1. vgl. BAG 21.06.2012 – 2 AZR 694/​11, Rn. 32, BAGE 142, 188; 28.08.2008 – 2 AZR 15/​07, Rn. 22[]
  2. vgl. BAG 23.10.2014 – 2 AZR 644/​13, Rn. 21; 25.10.2012 – 2 AZR 700/​11, Rn. 16 mwN, BAGE 143, 244[]