Kün­di­gung "zum nächst­mög­li­chen Ter­min"

Die For­mu­lie­rung in einer arbeit­ge­ber­sei­ti­gen Kün­di­gung, das Arbeits­ver­hält­nis wer­de "zum nächst­mög­li­chen Ter­min" gekün­digt, lässt – ohne dass es Anhalts­punk­te dafür gäbe, der Arbeit­ge­ber wol­le sich auf einen wich­ti­gen Grund iSv. § 626 Abs. 1 BGB beru­fen – nicht erken­nen, dass die Kün­di­gung etwa als außer­or­dent­li­che (frist­los) erklärt wer­de.

Kün­di­gung "zum nächst­mög­li­chen Ter­min"

Die betref­fen­de Wen­dung spricht dafür, dass die Kün­di­gung zu einem erst in der Zukunft lie­gen­den, sich aus der zutref­fen­den Kün­di­gungs­frist erge­ben­den Zeit­punkt wir­ken soll 1.

Eine außer­or­dent­li­che Kün­di­gung aus wich­ti­gem Grund müss­te für den Erklä­rungs­emp­fän­ger zwei­fels­frei die Absicht des Erklä­ren­den erken­nen las­sen, von der sich aus § 626 Abs. 1 BGB erge­ben­den beson­de­ren Kün­di­gungs­be­fug­nis Gebrauch zu machen 2.

Dar­an fehlt es im hier vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­de­nen Fall: Die Arbeit­ge­be­rin hat­te sich zur Begrün­dung der Kün­di­gung erneut auf einen Man­gel an Wei­ter­be­schäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten für einen tech­ni­schen Mit­ar­bei­ter, dh. auf betrieb­li­che Umstän­de beru­fen. Die­se stel­len typi­scher­wei­se kei­nen wich­ti­gen Grund für eine außer­or­dent­li­che, frist­lo­se Kün­di­gung dar. Die ordent­li­che Kün­di­gungs­frist betrug nach dem Vor­brin­gen der Arbeit­ge­be­rin, dem der Arbeit­neh­mer nicht ent­ge­gen­ge­tre­ten ist, zumin­dest sechs Mona­te zum Quar­tals­en­de.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 29. Janu­ar 2015 – 2 AZR 698/​12

  1. für eine Kün­di­gung "zum nächst­mög­li­chen Zeit­punkt" vgl. BAG 10.04.2014 – 2 AZR 647/​13, Rn.20[]
  2. BAG 10.04.2014 – 2 AZR 647/​13 – aaO; 13.01.1982 – 7 AZR 757/​79, zu II 1 der Grün­de, BAGE 37, 267[]