Leh­re­rin mit Kopf­tuch – aber nicht an der Grund­schu­le

Das Arbeits­ge­richt Ber­lin hat die Kla­ge einer Leh­re­rin abge­wie­sen, die an einer Grund­schu­le mit einem mus­li­mi­schen Kopf­tuch unter­rich­ten woll­te.

Leh­re­rin mit Kopf­tuch – aber nicht an der Grund­schu­le

Das Land Ber­lin hat­te die Leh­re­rin für einen Ein­satz in einer Grund­schu­le vor­ge­se­hen und sie an ein Ober­stu­fen­zen­trum umge­setzt, als die Leh­re­rin bei dem Unter­richt ihr Kopf­tuch tra­gen woll­te. Die Leh­re­rin hat­te sich gegen die­se Umset­zung gewandt und gel­tend gemacht, sie wer­de durch die Zuwei­sung eines ande­ren Arbeits­plat­zes in ihrer grund­ge­setz­lich geschütz­ten Reli­gi­ons­frei­heit ver­letzt.

Das Arbeits­ge­richt hat die Umset­zung für recht­mä­ßig gehal­ten. Die Leh­re­rin sei nach ihrem Arbeits­ver­trag ver­pflich­tet, auch an einem Ober­stu­fen­zen­trum zu unter­rich­ten. Eine uner­laub­te Benach­tei­li­gung der Leh­re­rin wegen ihrer Reli­gi­on lie­ge nicht vor. Viel­mehr habe das Land Ber­lin bei der Zuwei­sung des Arbeits­plat­zes beach­ten müs­sen, dass das Ber­li­ner Neu­tra­li­täts­ge­setz den Ein­satz einer Leh­re­rin mit Kopf­tuch an einer Grund­schu­le ver­bie­te. Das Neu­tra­li­täts­ge­setz ver­sto­ße nicht gegen ver­fas­sungs­recht­li­che Vor­schrif­ten. Der Ber­li­ner Gesetz­ge­ber habe in zuläs­si­ger Wei­se das Ver­hält­nis zwi­schen der Reli­gi­ons­frei­heit der öffent­lich Bediens­te­ten und dem Gebot der reli­giö­sen Neu­tra­li­tät des Staa­tes gere­gelt. Die Reli­gi­ons­frei­heit der Leh­re­rin müs­se daher hin­ter dem schüt­zens­wer­ten Inter­es­se des Lan­des Ber­lin an einer reli­gi­ons­neu­tra­len Aus­ge­stal­tung der Grund­schu­len zurück­ste­hen.

Arbeits­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 9. Mai 2018 – 60 Ca 8090/​17