Leh­re­rin mit Müt­ze

Nach dem Schul­ge­setz Nord­rhein-West­fa­len dür­fen Leh­rer und päd­ago­gi­sche Mit­ar­bei­ter wäh­rend der Arbeits­zeit kei­ne reli­giö­sen Bekun­dun­gen abge­ben, die geeig­net sind, die Neu­tra­li­tät des Lan­des oder den reli­giö­sen Schul­frie­den zu gefähr­den. Die­se Rege­lung steht, wie jetzt noch­mals das Bun­des­ar­beits­ge­richt beton­te, im Ein­klang mit dem Grund­ge­setz sowie den natio­na­len und euro­päi­schen Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bo­ten. Eine Kopf­be­de­ckung, die Haa­re, Haar­an­satz und Ohren einer Frau voll­stän­dig bedeckt, stellt, wie das Bun­des­ar­beits­ge­richt eben­falls urteil­te, eine reli­giö­se Bekun­dung dar, wenn sie erkenn­bar als Ersatz für ein isla­mi­sches Kopf­tuch getra­gen wird.

Leh­re­rin mit Müt­ze

Die Klä­ge­rin des jetzt vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­de­nen Rechts­streits hat die Unwirk­sam­keit einer Abmah­nung gel­tend gemacht, die ihr wegen ihrer Kopf­be­de­ckung vom beklag­ten Land Nord­rhein-West­fa­len erteilt wor­den ist. Die Klä­ge­rin ist isla­mi­schen Glau­bens und an einer Gesamt­schu­le als Sozi­al­päd­ago­gin tätig, in der sie mit Schü­lern unter­schied­li­cher Natio­na­li­tä­ten und Reli­gio­nen in Kon­takt kommt. Seit sie einer Auf­for­de­rung des beklag­ten Lan­des nach­ge­kom­men ist, das von ihr zuvor getra­ge­ne isla­mi­sche Kopf­tuch abzu­le­gen, trägt die Klä­ge­rin eine Müt­ze mit Strick­bund, die ihr Haar, den Haar­an­satz und die Ohren kom­plett ver­birgt.

Ihre Kla­ge blieb – wie bereits zuvor vor dem Arbeits­ge­richt Düs­sel­dorf 1 und dem Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf 2 – nun auch vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt ohne Erfolg. Nach den Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düs­sel­dorf war die Kopf­be­de­ckung als reli­giö­se Bekun­dung und nicht nur als ein modi­sches Acces­soire auf­zu­fas­sen. Sie ver­stieß des­halb gegen das gesetz­li­che Bekun­dungs­ver­bot.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 20. August 2009 – 2 AZR 499/​08

  1. ArbG Düs­sel­dorf, Urteil vom 29.06.2007 – 12 Ca 175/​05]) []
  2. LAG Düs­sel­dorf, Urteil vom 10. April 2008 – 5 Sa 1836/​07[]