Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen­ge­setz

Das novel­lier­te Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen­ge­setz (MiArbG) ist heu­te im Bun­des­ge­setz­blatt ver­kün­det wor­den und tritt damit mor­gen in Kraft. Damit sind zukünf­tig Min­dest­löh­ne auch in sol­chen Wirt­schafts­zwei­gen mög­lich, in denen eine Tarif­bin­dung unter 50 % besteht.

Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen­ge­setz

Nach­dem für bereits ca. vier Mil­lio­nen Arbeit­neh­mer in neun Bran­chen Min­dest­löh­ne nach dem Arbeit­neh­mer­ent­sen­de­ge­setz fest­ge­legt wer­den kön­nen, soll das aus dem Jahr 1951 stam­men­de Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen­ge­setz die Fest­set­zung eines Min­dest­lohns auch für wei­te­re Wirt­schafts­zwei­ge eröff­nen.

Das Ver­fah­ren für Fest­le­gung von Min­dest­löh­nen für wei­te­re Bra­chen ist jedoch reich­lich büro­kra­tisch: Zunächst hat ein noch zu bil­den­der Haupt­aus­schuss zu prü­fen, ob in einem Wirt­schafts­zweig sozia­le Ver­wer­fun­gen vor­lie­gen und Min­dest­löh­ne fest­ge­setzt wer­den müs­sen. Die Bun­des­re­gie­rung, die Spit­zen­or­ga­ni­sa­tio­nen der Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer sowie die Lan­des­re­gie­run­gen kön­nen dem Haupt­aus­schuss dazu Vor­schlä­ge unter­brei­ten. Für Wirt­schafts­zwei­ge, in denen Min­dest­löh­ne geschaf­fen wer­den sol­len, wird dann ein Fach­aus­schuss errich­tet, der dann die kon­kre­te Höhe der Min­dest­löh­ne fest­legt. Die vom Fach­aus­schuss beschlos­se­nen Min­dest­löh­ne wer­den von der Bun­des­re­gie­rung durch Rechts­ver­ord­nung für alle Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer in die­sem Wirt­schafts­zweig rechts­ver­bind­lich gemacht.