Min­dest­lohn 2015

Ab dem 1. Janu­ar 2015 gilt in Deutsch­land ein all­ge­mei­ner gesetz­li­cher Min­dest­lohn von 8,50 €. Nach Schät­zun­gen der Bun­des­re­gie­rung betrifft die zum Jah­res­wech­sel in Kraft tre­ten­de Neu­re­gle­ung rund 3,7 Mil­lio­nen Arbeits­ver­hält­nis­se.

Min­dest­lohn 2015

Der gesetz­li­che Min­dest­lohn setzt bei der Bezah­lung eine fes­te Gren­ze, die in Zukunft nicht mehr unter­schrit­ten wer­den darf. Er schützt Beschäf­tig­te im Nied­rig­lohn­sek­tor vor Dum­ping­löh­nen und ver­rin­gert so die Zahl der Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer, die trotz Voll­zeit­be­schäf­ti­gung auf Sozi­al­leis­tun­gen ange­wie­sen sind. Er leis­tet zugleich einen Bei­trag für einen fai­ren und funk­tio­nie­ren­den Wett­be­werb und sorgt für mehr Sta­bi­li­tät in den sozia­len Siche­rungs­sys­te­men.

Bis zum Ende des Jah­res 2016 liegt der gesetz­li­che Min­dest­lohn bei 8,50 €. Erst­mals im Jahr 2016 wer­den Gewerk­schaf­ten und Arbeit­ge­ber in einer unab­hän­gi­gen Min­dest­lohn-Kom­mis­si­on dar­über bera­ten, wie hoch der Min­dest­lohn ab dem 1. Janu­ar 2017 sein wird. Die­se Kom­mis­si­on der Tarif­part­ner wird sich bei der Fest­set­zung des Min­dest­lohns an der Tarif­ent­wick­lung in Deutsch­land ori­en­tie­ren. Im Rah­men einer Gesamt­ab­wä­gung prüft sie, wel­cher Min­dest­lohn einen ange­mes­se­nen Min­dest­schutz für die Beschäf­tig­ten bie­tet, fai­re Wett­be­werbs­be­din­gun­gen ermög­licht und die Beschäf­ti­gung nicht gefähr­det. Das Gesetz sieht ab 2017 alle zwei Jah­re eine Anpas­sung des Min­dest­lohns vor.

Der Min­dest­lohn gilt aus­nahms­los für alle Bran­chen. Um den Bran­chen, deren Löh­ne bis­her deut­lich unter 8,50 € lie­gen, eine schritt­wei­se Anpas­sung an den gel­ten­den Min­dest­lohn zu ermög­li­chen, wur­de im Gesetz eine drei­jäh­ri­ge Über­gangs­zeit bis zum 31. Dezem­ber 2017 defi­niert, in der Abwei­chun­gen nach unten erlaubt sind. Dies gilt nur, wenn es einen all­ge­mein ver­bind­li­chen Bran­chen­min­dest­lohn nach dem Arbeit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­setz oder dem Arbeit­neh­mer­über­las­sungs­ge­setz gibt.

Ab dem 1. Janu­ar 2017 müs­sen dann min­des­tens 8,50 € gezahlt wer­den. Und ab dem 1. Janu­ar 2018 gilt dann aus­nahms­los in allen Bran­chen der – mut­maß­lich durch die Min­dest­lohn-Kom­mis­si­on erst­mals ange­pass­te – all­ge­mein­ver­bind­li­che Min­dest­lohn ohne jede Ein­schrän­kung. Tarif­ver­trä­ge, deren Lohn­un­ter­gren­ze unter dem Min­dest­lohn lie­gen, dür­fen dann nicht mehr abge­schlos­sen wer­den.

Die Zah­lung des Min­dest­lohns und die Ein­hal­tung der gel­ten­den Vor­schrif­ten wer­den streng und umfas­send kon­trol­liert, fest­ge­stell­te Ver­stö­ße wer­den wirk­sam sank­tio­niert. Die Kon­trol­le liegt – wie bis­her bereits bei den Bran­chen­min­dest­löh­nen – bei der Finanz­kon­trol­le Schwarz­ar­beit (FKS) der Bun­des­zoll­ver­wal­tung. Um die Ein­hal­tung des gesetz­li­chen Min­dest­lohns wirk­sam über­wa­chen zu kön­nen, wer­den im Lau­fe der kom­men­den Jah­re bei der FKS 1.600 neue Stel­len geschaf­fen.

Der­zeit bestehen in eini­gen Bran­chen bereits tarif­ge­stütz­te Min­dest­löh­ne auf der Grund­la­ge des Arbeit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­set­zes, des Arbeit­neh­mer­über­las­sungs­ge­set­zes oder des Tarif­ver­trags­ge­set­zes. Soweit die­se tarif­ge­stütz­ten Min­dest­löh­ne über dem gesetz­li­chen Min­dest­lohn von 8,50 € lie­gen, bleibt es für die Lauf­zeit der ent­spre­chen­den Tarif­ver­trä­ge hier­bei.

Um ein­zel­nen Bran­chen den Über­gang in den all­ge­mei­nen gesetz­li­chen Min­dest­lohn zu erleich­tern, wur­de das Arbeit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­setz durch das Tarif­pa­ket für alle Bran­chen geöff­net. Eini­gen sich die Tarif­par­tei­en auf einen bun­des­wei­ten Bran­chen­ta­rif­ver­trag mit unter­halb des gesetz­li­chen Min­dest­loh­nes lie­gen­den Min­des­t­ent­gel­ten, kön­nen die­se bis Ende 2017 noch auf Grund­la­ge des AEntG oder des Arbeit­neh­mer­über­las­sungs­ge­set­zes per Rechts­ver­ord­nung auf alle Arbeit­ge­ber und Beschäf­tig­ten in der Bran­che Anwen­dung fin­den. Vor­aus­set­zung ist, dass der bran­chen­spe­zi­fi­sche Min­dest­lohn zum 1. Janu­ar 2017 bei min­des­tens 8,50 Euro liegt. Ab dem 1. Janu­ar 2018 gilt der von der Min­dest­lohn­kom­mis­si­on fest­ge­setz­te all­ge­mei­ne gesetz­li­che Min­dest­lohn ohne jede Ein­schrän­kung.