Mini­job beim glei­chen Arbeit­ge­ber?

Auch nach der Neu­re­ge­lung der Ver­si­che­rungs­frei­heit von gering­fü­gi­gen Beschäf­ti­gun­gen zum 1.04.2003 gel­ten alle von einem Beschäf­tig­ten bei dem­sel­ben Arbeit­ge­ber aus­ge­üb­ten Beschäf­ti­gun­gen als ein­heit­li­che Beschäf­ti­gung im Sin­ne von § 8 SGB IV, so dass neben einer ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Beschäf­ti­gung bei dem­sel­ben Arbeit­ge­ber kei­ne ver­si­che­rungs­freie gering­fü­gi­ge Beschäf­ti­gung besteht 1.

Mini­job beim glei­chen Arbeit­ge­ber?

Die Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht für das ein­heit­lich zu betrach­ten­de Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis ent­steht jedoch auf­grund der aus­drück­li­chen Rege­lung in § 8 Absatz 2 Satz 3 SGB IV erst zu dem Zeit­punkt, zu dem die zustän­di­ge Behör­de fest­stellt, dass die Vor­aus­set­zun­gen für eine gering­fü­gi­ge Beschäf­ti­gung nicht (mehr) vor­lie­gen 2.

Zum einen ist zu beach­ten, dass die Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht auf­grund der aus­drück-lichen Rege­lung in § 8 Absatz 2 Satz 3 SGB IV erst zu dem Zeit­punkt ent­steht, zu dem die zustän­di­ge Behör­de fest­stellt, dass die Vor­aus­set­zun­gen für eine gering­fü­gi­ge Beschäf­ti­gung nicht (mehr) vor­lie­gen 3.

Zum ande­ren ist zu beach­ten, dass die Erfül­lungs­ein­re­de nur dann erho­ben wer­den kann, wenn der Arbeit­ge­ber die zusätz­lich zu zah­len­den Bei­trä­ge zumin­dest zum Abzug bei der Kran­ken­kas­se als Ein­zugs­stel­le ange­mel­det hat.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Meck­len­burg ‑Vor­pom­mern, Urteil vom 21. Juli 2015 – 2 Sa 140/​14

  1. BSG 27.06.2012 – B 12 KR 28/​10 R, SozR 4 – 2400 § 8 Nr. 5, USK 2012-180[]
  2. BSG 27.06.2012 aaO[]
  3. vgl. dazu eben­falls BSG 27.06.2012 aaO[]