Mit­be­stim­mung bei Ver­schwie­gen­heits­er­klä­rung

Das Ver­lan­gen des Arbeit­ge­bers nach der Abga­be inhalt­lich stan­dar­di­sier­ter Erklä­run­gen, in denen sich Arbeit­neh­mer zum Still­schwei­gen über bestimm­te betrieb­li­che Vor­gän­ge ver­pflich­ten, unter­liegt nicht in jedem Fall der Mit­be­stim­mung des Betriebs­rats nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG. Die­se kommt in Betracht, wenn sich die Ver­schwie­gen­heits­pflicht auf das sog. Ord­nungs­ver­hal­ten der Arbeit­neh­mer bezieht und nicht schon gesetz­lich gere­gelt ist. Ein sog. Glo­bal­an­trag des Betriebs­rats, mit dem die­ser die Mit­be­stim­mungs­pflich­tig­keit jeg­li­chen Ver­lan­gens nach der Abga­be inhalt­lich gleich­lau­ten­der Schwei­ge­ver­pflich­tun­gen fest­ge­stellt wis­sen will, kann kei­nen Erfolg haben. Er erfasst auch Fäl­le, in denen sich die Schwei­ge­ver­pflich­tung auf das Arbeits­ver­hal­ten der Arbeit­neh­mer bezieht oder bereits gesetz­li­che Schwei­ge­pflich­ten – etwa nach § 17 UWG – bestehen.

Mit­be­stim­mung bei Ver­schwie­gen­heits­er­klä­rung

Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat des­halb, wie schon die Vor­in­stan­zen, den Antrag eines Betriebs­rats abge­wie­sen, mit dem die­ser die Fest­stel­lung begehr­te, dass er in sämt­li­chen Fäl­len mit­zu­be­stim­men habe, in denen der Arbeit­ge­ber von Arbeit­neh­mern den Abschluss for­mu­lar­mä­ßi­ger, stan­dar­di­sier­ter Ver­schwie­gen­heits­ver­ein­ba­run­gen ver­langt.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 10. März 2009 – 1 ABR 87/​07