Mit­be­stim­mung bei Ein- und Umgrup­pie­run­gen – und der Wider­spruch des Betriebs­rats

Die Zustim­mung des Betriebs­rats zur vor­ge­se­he­nen Ein­grup­pie­rung der Arbeit­neh­mer gilt als erteilt, wenn der Betriebs­rat dem Zustim­mungs­er­su­chen der Arbeit­ge­be­rin nicht form- und frist­ge­recht wider­spricht. Ein durch eine E‑Mail erfolg­te Wider­spruch ist aus­rei­chend.

Mit­be­stim­mung bei Ein- und Umgrup­pie­run­gen – und der Wider­spruch des Betriebs­rats

E‑Mails genü­gen dem in § 99 Abs. 3 Satz 1 BetrVG vor­ge­se­he­nen Schrift­lich­keits­ge­bot. Zu des­sen Wah­rung bedarf es nicht der Schrift­form des § 126 BGB. Es genügt die Ein­hal­tung der Text­form des § 126b BGB 1.

Deren Anfor­de­run­gen wer­den E‑Mails gerecht, die den Namen des han­deln­den Betriebs­rats­vor­sit­zen­den ent­hal­ten und bei denen der Abschluss der Erklä­rung durch eine Gruß­for­mel und die Anga­be des Namens ein­deu­tig kennt­lich gemacht ist 2.

Der Betriebs­rat hat sei­ne Zustim­mungs­ver­wei­ge­rung auch aus­rei­chend zu begrün­den. Dies ist der Fall, wenn die vom Betriebs­rat für sei­ne Zustim­mungs­ver­wei­ge­rung vor­ge­brach­ten Erwä­gun­gen einen Wider­spruchs­grund (hier: gemäß § 99 Abs. 2 Nr. 1 BetrVG) als mög­lich erschei­nen las­sen. Ob sie zutref­fen, ist kei­ne Fra­ge ihrer Beacht­lich­keit iSv. § 99 Abs. 3 Satz 1 BetrVG.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 21. März 2018 – 7 ABR 38/​16

  1. BAG 10.03.2009 – 1 ABR 93/​07, Rn. 29, BAGE 130, 1[]
  2. vgl. hier­zu BAG 14.08.2013 – 7 ABR 56/​11, Rn. 33; 10.03.2009 – 1 ABR 93/​07, Rn. 29, 36, aaO[]