Nicht richt­li­ni­en­kon­for­mes Urlaubs­ent­gelt im baye­ri­schen Bau­ge­wer­be

In §§ 5 und 6 der Urlaubs­re­ge­lung für die gewerb­li­chen Arbeit­neh­mer im Bau­ge­wer­be in Bay­ern vom 21. Novem­ber 1983 idF vom 19. Mai 2006 ist bestimmt, dass sich das Urlaubs­ent­gelt auf­grund von Arbeits­aus­fäl­len durch Sai­son-Kurz­ar­beit in der Zeit von Dezem­ber bis März ver­rin­gert. Die Aus­le­gungs­fra­ge, ob Art. 7 Abs. 1 der Arbeits­zeit­richt­li­nie 2003/​88/​EG gewähr­leis­tet, dass in die­sen Fäl­len das unge­min­der­te Ent­gelt fort­zu­zah­len ist, begrün­det kei­ne Pflicht, den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten anzu­ru­fen.

Nicht richt­li­ni­en­kon­for­mes Urlaubs­ent­gelt im baye­ri­schen Bau­ge­wer­be

Eines Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chens nach Art. 234 EG (jetzt Art. 267 AEUV) bedarf es nicht, wenn das deut­sche Recht eine Richt­li­nie zwar mög­li­cher­wei­se unzu­rei­chend oder feh­ler­haft umsetzt, das natio­na­le Recht im Pri­vat­rechts­ver­kehr aber nicht richt­li­ni­en­kon­form aus­ge­legt oder fort­ge­bil­det wer­den kann.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 17. Novem­ber 2009 – 9 AZR 844/​08