Ordent­li­che Ände­rungs­kün­di­gung – und die Fra­ge der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit

Eine Ände­rungs­kün­di­gung ist wegen der mit ihr ver­bun­de­nen Bestands­ge­fähr­dung unver­hält­nis­mä­ßig, wenn die erstreb­te Ände­rung der Beschäf­ti­gungs­be­din­gun­gen durch Aus­übung des Wei­sungs­rechts des Arbeits­ge­bers gemäß § 106 GewO mög­lich ist 1.

Ordent­li­che Ände­rungs­kün­di­gung – und die Fra­ge der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit

Der mög­li­che Weg­fall des Beschäf­ti­gungs­be­darfs zu den bis­he­ri­gen Bedin­gun­gen "bedingt" in die­sem Fall nicht iSv. § 2 Satz 1, § 1 Abs. 2 Satz 1 KSchG eine (Ände­rungs-)Kün­di­gung.

Eine Ände­rungs­kün­di­gung ist in die­sem Sin­ne u.a. dann unver­hält­nis­mä­ßig und damit sozi­al unge­recht­fer­tigt iSd. § 1 Abs. 2 KSchG, wenn es für das der Klä­ge­rin mit der Kün­di­gung unter­brei­te­te "Ände­rungs­an­ge­bot" (hier: die Ände­rung des Beschäf­ti­gungs­or­tes) kei­ner Ände­rung der Ver­trags­be­din­gun­gen bedurf­te, son­dern die Arbeit­ge­be­rin die­ses Ziel auch durch die Aus­übung ihres Direk­ti­ons­rechts errei­chen konn­te.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 22. Sep­tem­ber 2016 – 2 AZR 509/​15

  1. BAG 6.09.2007 – 2 AZR 368/​06, Rn.19; 24.06.2004 – 8 AZR 22/​03, zu II 1 der Grün­de[]