Per­so­nal­über­gang von der Bun­des­agen­tur für Arbeit auf kom­mu­na­le Trä­ger

Das Arbeits­ge­richt Sten­dal hat­te dar­über zu befin­den, wel­che arbeits­ver­trag­li­chen Rege­lun­gen bei einem Per­so­nal­über­gang von der Bun­des­agen­tur für Arbeit auf einen kom­mu­na­len Trä­ger gel­ten.

Per­so­nal­über­gang von der Bun­des­agen­tur für Arbeit auf kom­mu­na­le Trä­ger

Der Klä­ger stand in einem Arbeits­ver­hält­nis mit der Bun­des­agen­tur für Arbeit. In dem Arbeits­ver­trag wur­de auf den Tarif­ver­trag für die Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer der Bun­des­agen­tur für Arbeit (TV-BA) ver­wie­sen. Zum 01.01.2012 ging das Arbeits­ver­hält­nis des Klä­gers auf den Beklag­ten, der als kom­mu­na­ler Trä­ger die Auf­ga­ben nach dem SGB II (Grund­si­che­rung für Arbeit­su­chen­de) wahr­nimmt. Nach den bei dem Beklag­ten gel­ten­den tarif­li­chen Vor­schrif­ten (Tarif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst) besteht eine 40-Stun­den-Woche. Der Tarif­ver­trag der Bun­des­agen­tur für Arbeit sieht hin­ge­gen nur eine 39-Stun­den-Woche vor.

Der Klä­ger begehr­te die Zah­lung finan­zi­el­len Aus­gleichs von 1 Arbeits­stun­de pro Woche seit dem 01.01.2012.

Das Arbeits­ge­richt gab der Kla­ge statt. Auf­grund der arbeits­ver­trag­li­chen Bezug­nah­me gilt der Tarif­ver­trag der Bun­des­agen­tur für Arbeit nach dem Per­so­nal­über­gang auch im Ver­hält­nis des Klä­gers zum Beklag­ten. Das Kon­kur­renz­ver­hält­nis zwi­schen dem Tarif­ver­trag im öffent­li­chen Dienst und dem arbeits­ver­trag­lich gel­ten­den Tarif­ver­trag der Bun­des­agen­tur für Arbeit sei nach Maß­ga­be des Güns­tig­keits­prin­zips zu lösen. Hier­nach gel­te die für den Klä­ger güns­ti­ge­re 39-Stun­den-Woche.

Arbeits­ge­richt Sten­dal, Urteil vom 27. Juni 2013 – 1 Ca 1218/​12