Pro­zess­kos­ten­hil­fe gegen meh­re­re Kün­di­gun­gen

Durch Auf­tei­lung in meh­re­re Ver­fah­ren enstan­de­ne Mehr­kos­ten sind nicht zu erstat­ten, wenn der im Wege der Pro­zess­kos­ten­hil­fe bei­geord­ne­te Rechts­an­walt meh­re­re Abmah­nun­gen und/​oder meh­re­re Kün­di­gun­gen in geson­der­ten Kla­gen statt im Wege der Kla­ge­häu­fung angreift. Die Staats­kas­se ist nicht ver­pflich­tet, auf Kos­ten des Steu­er­zah­lers Kos­ten zu tra­gen, die bei Beach­tung der Grund­sät­ze einer wirt­schaft­li­chen Pro­zess­füh­rung nicht ent­stan­den wären.

Pro­zess­kos­ten­hil­fe gegen meh­re­re Kün­di­gun­gen

Neben der bereits durch die Auf­tei­lung der Ver­fah­ren an sich ent­stan­de­nen über­flüs­si­gen Gebüh­ren­er­hö­hung liegt ein Ver­stoß gegen die Grund­sät­ze der Pro­zess­wirt­schaft­lich­keit hier auch dar­in, dass durch die Auf­tei­lung die Gegen­stands­wer­te künst­lich erhöht wer­den. Ist Gegen­stand eines Ver­fah­rens die Ent­fer­nung meh­re­rer Abmah­nun­gen aus der Per­so­nal­ak­te, liegt der Wert die­ses Ver­fah­rens unab­hän­gig von Anzahl und Grund der Abmah­nun­gen höchs­tens bei 2/​3 der sich aus § 42 Abs. 4 GKG erge­be­nen Gren­ze eines Vier­tel­jah­res­ver­diens­tes [1].

Sind Streit­ge­gen­stän­de eines Ver­fah­rens meh­re­re Kün­di­gun­gen, darf nach der weit über­wie­gen­den Recht­spre­chung der Baye­ri­schen Lan­des­ar­beits­ge­rich­te unab­hän­gig von den Zeit­punk­ten der Kün­di­gun­gen für die­ses Ver­fah­ren der Wert eines Vier­tel­jah­res­ver­diens­tes gem. § 42 Abs. 4 GKG nicht über­schrit­ten wer­den [2].

Lan­des­ar­beits­ge­richt Mün­chen, Beschluss vom 8. Janu­ar 2010 – 10 Ta 349/​08

  1. LAG Hamm, NZA-RR 2007, 439[]
  2. LAG Mün­chen, 15.09.1983, AMBl. 1984 C 34; LAG Mün­chen, 13.01.1986, AMBl. 1986 C 30; LAG Mün­chen, 20.07.2000, NZA-RR 2000, 661; LAG Nürn­berg, Jur­Bü­ro 2008, 252; LAG Nürn­berg, NZA 1992, 617; LAG Nürn­berg, AMBl. 1985 C 30[]