Rück­wir­ken­de All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung von Tarif­ver­trä­gen

Bei der Rück­wir­kung von All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­run­gen sind die Grund­sät­ze über die Rück­wir­kung von Geset­zen, wie sie in der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ent­wi­ckelt wor­den sind, ent­spre­chend anzu­wen­den.

Rück­wir­ken­de All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung von Tarif­ver­trä­gen

Die Rück­wir­kung einer All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung ver­letzt nicht die vom Rechts­staats­prin­zip (Art.20 Abs. 3 GG) umfass­ten Grund­sät­ze der Rechts­si­cher­heit und des Ver­trau­ens­schut­zes, soweit die Betrof­fe­nen mit ihr rech­nen müs­sen.

Ein sol­cher Fall liegt vor, wenn ein Tarif­ver­trag rück­wir­kend für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärt wird, der einen all­ge­mein­ver­bind­li­chen Tarif­ver­trag erneu­ert oder ändert. Bei die­ser Sach­la­ge müs­sen die Tarif­ge­bun­de­nen nicht nur mit einer All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung des Nach­fol­ge­ta­rif­ver­trags, son­dern auch mit der Rück­be­zie­hung der All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung auf den Zeit­punkt sei­nes Inkraft­tre­tens rech­nen1.

Durch § 5 TVG nF hat sich hier­an nichts geän­dert.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 21. März 2018 – 10 ABR 62/​16

  1. st. Rspr., zB BAG 13.11.2013 – 10 AZR 1058/​12, Rn.19 mwN