Schnee auf der Gum­mi­mat­te

Stürzt ein Arbeit­neh­mers früh­mor­gend­lich auf einer schnee­glat­ten Gum­mi­mat­te auf der Außen­trep­pe des Betriebs­ge­bäu­des, so kann er nach einem aktu­el­len Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Koblenz vom Ver­mie­ter des Gebäu­des kei­nen Scha­den­er­satz ver­lan­gen.

Schnee auf der Gum­mi­mat­te

Die Klä­ge­rin des jetzt vom OLG ent­schie­de­nen Falls ver­ließ nach Ende ihrer Nacht­schicht in den frü­hen Mor­gen­stun­den eines Dezem­ber­ta­ges, deut­lich vor 7.00 Uhr, ihre Arbeits­stät­te und stürz­te auf der Außen­trep­pe, die mit einer Gum­mi­mat­te belegt war. Sie hat vom Ver­mie­ter des Gebäu­des Scha­den­er­satz ver­langt, da die­ser trotz nächt­li­chen Schnee­falls nicht gestreut habe.
Bereits das erst­in­stanz­li­che Land­ge­richt Koblenz hat die Kla­ge abge­wie­sen. Und auch die Beru­fung der Klä­ge­rin vor dem OLG hat­te kei­nen Erfolg. Denn, so das OLG, die win­ter­li­che Streu- und Räum­pflicht begin­ne regel­mä­ßig mit dem Ein­set­zen des all­ge­mei­nen Ver­kehrs am Mor­gen (rele­van­te Gren­ze etwa 7.00 Uhr), sofern nicht aus­nahms­wei­se für Sicher­heit wäh­rend dar­über hin­aus­ge­hen­der Nut­zungs­zei­ten gesorgt wer­den muss. Hier war der früh­mor­gend­li­che Schicht­wech­sel durch den Arbeit­ge­ber der Klä­ge­rin ver­an­lasst und dem Ver­mie­ter unbe­kannt, so dass kein Scha­den­er­satz geschul­det wird.

Ober­lan­des­ge­richts Koblenz – 5 U 101/​08