Sicher­heits­ri­si­ko wegen Dro­gen­kon­sum

Kün­digt ein Unter­neh­men einem Mit­ar­bei­ter ohne den Per­so­nal­rat ord­nungs­ge­mäß zu betei­li­gen, ist die Kün­di­gung unwirk­sam. Dage­gen darf der Arbeit­ge­ber eine tat­säch­li­che wei­te­re Beschäf­ti­gung ver­wei­gern, wenn das Ver­hal­ten des Arbeit­neh­mers, das zur Kün­di­gung geführt hat (hier Dro­gen­kon­sum), bei Wei­ter­be­schäf­ti­gung ein Sicher­heits­ri­si­ko birgt.

Sicher­heits­ri­si­ko wegen Dro­gen­kon­sum

So die Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Gleis­bau­ers, dem wegen Can­na­bis­kon­sums gekün­digt wor­den ist. Der bei den Ber­li­ner Ver­kehrs­be­trie­ben beschäf­tig­te Gleis­bau­er ist nach einem Dro­gen­scree­ning mit erhöh­ten Can­na­bi­nol­wer­ten und betriebs­ärzt­li­chen Sicher­heits­be­den­ken ent­las­sen wor­den. Bereits das Arbeits­ge­richt Ber­lin hat die Kün­di­gung aus for­ma­len Grün­den für unwirk­sam erklärt.

Nun hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg die­se Ent­schei­dung bestä­tigt, denn die Ber­li­ner Ver­kehrs­be­trie­be hat­ten die Kün­di­gung erklärt, ohne den Per­so­nal­rat ord­nungs­ge­mäß zu betei­li­gen, was – unab­hän­gig von den Kün­di­gungs­grün­den – zur Unwirk­sam­keit der Kün­di­gung führt.

Aller­dings ist die Kla­ge des Arbeit­neh­mers auf tat­säch­li­che Beschäf­ti­gung ohne Erfolg geblie­ben: In sei­ner Urteils­be­grün­dung ver­weist das Lan­des­ar­beits­ge­richt dar­auf, dass der Klä­ger als Gleis­bau­er in einem sicher­heits­re­le­van­ten Bereich ein­ge­setzt wer­de; sei­ne Beschäf­ti­gung füh­re wegen sei­nes Can­na­bis­kon­sums zu einem Sicher­heits­ri­si­ko, das die Ber­li­ner Ver­kehrs­be­trie­be nicht ein­ge­hen müs­se.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 28. August 2012 – 19 Sa 306/​12 und 324/​12