Siche­rung der Bau-Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat Ver­fas­sungs­be­schwer­den gegen §§ 1, 2, 3, 7, 9 bis 13 des Geset­zes zur Siche­rung der Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren im Bau­ge­wer­be (Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren­si­che­rungs­ge­setz – Soka­SiG) vom 16.05.2017 [1] nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men. Der Gesetz­ge­ber habe mit dem Soka­SiG nicht das Rück­wir­kungs­ver­bot ver­letzt, auch wenn das Gesetz eine ech­te Rück­wir­kung begrün­de. Denn die durch das Gesetz begrün­de­te ech­te Rück­wir­kung sei jedoch ver­fas­sungs­recht­lich zu recht­fer­ti­gen und die betrof­fe­nen Unter­neh­men kön­nen nach Ansicht der Ver­fas­sungs­rich­ter nicht dar­auf ver­trau­en konn­ten, kei­ne Bei­trä­ge zu den Sozi­al­kas­sen leis­ten zu müs­sen.

Siche­rung der Bau-Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren

Das Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren im Bau­ge­wer­be

Die Arbeit­ge­ber­ver­bän­de Zen­tral­ver­band des Deut­schen Bau­ge­wer­bes und Haupt­ver­band der Deut­schen Bau­in­dus­trie haben mit der Indus­trie­ge­werk­schaft Bau­en-Agrar-Umwelt (IG BAU) Tarif­ver­trä­ge zur Berufs­bil­dung, zur Alters­ver­sor­gung sowie zum Urlaub geschlos­sen. Mit die­sen Leis­tun­gen sol­len Nach­tei­le aus­ge­gli­chen wer­den, die auf den Eigen­hei­ten der Bau­bran­che beru­hen. Die Leis­tun­gen wer­den von den Sozi­al­kas­sen des Bau­ge­wer­bes erbracht, als gemein­sa­me Ein­rich­tun­gen der Tarif­par­tei­en im Sin­ne von § 4 Abs. 2 des Tarif­ver­trags­ge­set­zes (TVG). Finan­ziert wer­den sie durch Pflicht­bei­trä­ge der Arbeit­ge­ber, die in den Anwen­dungs­be­reich der Tarif­ver­trä­ge fal­len; die Ein­zel­hei­ten regelt der Tarif­ver­trag über das Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren im Bau­ge­wer­be (VTV). Weil die­ser in der Ver­gan­gen­heit regel­mä­ßig gemäß § 5 TVG für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärt wor­den ist, wur­den auch nicht tarif­ge­bun­de­ne Arbeit­ge­ber zu Bei­trä­gen her­an­ge­zo­gen [2]

Mit Beschlüs­sen vom 21.09.2016 und 25.01.2017 erklär­te das Bun­des­ar­beits­ge­richt die All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­run­gen des Tarif­ver­trags über das Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren im Bau­ge­wer­be aus den Jah­ren 2008, 2010, 2012, 2013 und 2014 für unwirk­sam. Die dage­gen gerich­te­ten Ver­fas­sungs­be­schwer­den sind vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men wor­den [3]

Das Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren­si­che­rungs­ge­setz – Soka­SiG

Der Gesetz­ge­ber reagier­te auf die Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 21.09.2016 mit dem hier ange­grif­fe­nen Gesetz. Es soll­te eine von den All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­run­gen unab­hän­gi­ge Rechts­grund­la­ge dafür geschaf­fen wer­den, noch aus­ste­hen­de Bei­trä­ge für die Sozi­al­kas­sen im Bau­ge­wer­be ein­zu­zie­hen und bereits erhal­te­ne Bei­trä­ge nicht zurück­zah­len zu müs­sen. Den „Ent­wurf eines Geset­zes zur Siche­rung der Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren im Bau­ge­wer­be“ [4] beschloss der Deut­sche Bun­des­tag am 26.01.2017 [5]. Der Bun­des­rat beschloss am 10.02.2017, kei­nen Antrag nach Art. 77 Abs. 2 GG zu stel­len [6]. Das Gesetz wur­de am 24.05.2017 im Bun­des­ge­setz­blatt ver­kün­det und trat gemäß sei­nem § 14 am dar­auf­fol­gen­den 25.05.2017 in Kraft [7]

Das Gesetz zur Siche­rung der Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren im Bau­ge­wer­be besteht im Wesent­li­chen aus einer zeit­lich gestaf­fel­ten, mit dem Jahr 2006 begin­nen­den Rei­hung von Ver­wei­sen. So wer­den Tarif­nor­men der Sozi­al­kas­sen­ta­rif­ver­trä­ge zur Berufs­bil­dung im Bau­ge­wer­be (§ 1), der zusätz­li­chen Alters­ver­sor­gung im Bau­ge­wer­be (§ 2) sowie zu Urlaubs­re­ge­lun­gen für das Bau­ge­wer­be (§ 3) kraft Geset­zes ver­bind­lich ange­ord­net. In § 7 Soka­SiG ist die im Jahr 2006 begin­nen­de Gel­tung des Tarif­ver­trags über das Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren im Bau­ge­wer­be fest­ge­legt. So heißt es in § 7 Abs. 10 Soka­SiG: 

„Für den Zeit­raum vom 01.01.2006 bis zum 30.09.2007 gel­ten die Rechts­nor­men des Tarif­ver­trags über das Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren im Bau­ge­wer­be vom 20.12.1999 in der aus der Anla­ge 35 ersicht­li­chen Fas­sung in sei­nem Gel­tungs­be­reich für alle Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer.“ 

In Bezug genom­men sind damit sämt­li­che Bestim­mun­gen des genann­ten Tarif­ver­trags ein­schließ­lich der Gesamt­bei­trags­pflicht und der Rege­lung zum Gerichts­stand. Sodann regelt § 9 Soka­SiG, wann ein Tarif­ver­trag been­det wird, § 10 Soka­SiG bestimmt den Anwen­dungs­be­reich und § 11 Soka­SiG die Gel­tung der tarif­ver­trag­li­chen Rechts­nor­men, auf die im Gesetz ver­wie­sen wird, unab­hän­gig davon gel­ten, ob die Tarif­ver­trä­ge wirk­sam geschlos­sen wur­den. Die Rege­lung in § 12 Soka­SiG ver­weist zur zivil­recht­li­chen Durch­set­zung auf das Arbeit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­setz; § 13 Soka­SiG bestimmt, dass die All­ge­mein­ver­bind­lich­keit tarif­ver­trag­li­cher Rechts­nor­men nach dem Tarif­ver­trags­ge­setz unbe­rührt blei­be. 

Die bei­den zustän­di­gen Lan­des­ar­beits­ge­rich­te – das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt und das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg – hal­ten das Gesetz für ver­fas­sungs­ge­mäß. Eine Vor­la­ge an das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nach Art. 100 GG schei­de daher aus [8]. Auch das Bun­des­ar­beits­ge­richt [9] hat es für ver­fas­sungs­recht­lich unbe­denk­lich gehal­ten, dass § 7 Soka­SiG die Tarif­ver­trä­ge über das Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren im Bau­ge­wer­be rück­wir­kend auf nicht tarif­ge­bun­de­ne Arbeit­ge­ber erstreckt. Das durch Art. 2 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art.20 Abs. 3 GG geschütz­te Ver­trau­en die­ser soge­nann­ten Außen­sei­ter, von rück­wir­ken­den Geset­zen nicht unzu­läs­sig belas­tet zu wer­den, sei nicht ver­letzt. Die tarif­frei­en Arbeit­ge­ber hät­ten damit zu rech­nen gehabt, dass die­se tarif­li­chen Rechts­nor­men durch Gesetz rück­wir­kend wie­der auf sie erstreckt wer­den wür­den. Der Zehn­te Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts hat die­se Recht­spre­chung ver­schie­dent­lich und zuletzt durch Urteil vom 22.01.2020 [10] bestä­tigt. 

Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Die nicht tarif­ge­bun­de­ne Beschwer­de­füh­re­rin unter­hält einen Betrieb zur Ver­rich­tung von Abdicht­ar­bei­ten. Für den Zeit­raum von Janu­ar 2013 bis Dezem­ber 2015 wur­de sie auf Arbeit­ge­ber­bei­trä­ge zu den Sozi­al­kas­sen in Höhe von 870.005, 57 € ver­klagt. Bei Ein­rei­chung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de stand eine Ent­schei­dung der Fach­ge­rich­te über die­se For­de­rung noch aus. Die Beschwer­de­füh­re­rin meint, die Rege­lun­gen der §§ 1, 2, 3, 7 und 9 bis 13 Soka­SiG ver­letz­ten sie in ihren Grund­rech­ten aus Art. 12 Abs. 1 und Art. 2 Abs. 1 GG in Ver­bin­dung mit dem Rechts­staats­prin­zip aus Art.20 Abs. 3 GG sowie dem Recht auf Gleich­be­hand­lung aus Art. 3 Abs. 1 GG.

Im Wesent­li­chen rügt sie, dass mit dem Gesetz eine „ech­te“ Rück­wir­kung ein­her­ge­he, da es Rechts­fol­gen rück­be­wir­ke, was ver­fas­sungs­recht­lich unzu­läs­sig sei. Ein aner­kann­ter Aus­nah­me­fall lie­ge nicht vor. Das Ver­trau­en der bis­her nicht von den Sozi­al­kas­sen­re­ge­lun­gen erfass­ten Arbeit­ge­ber dar­auf, wei­ter­hin nicht von ihnen erfasst zu sein, sei vor­han­den und schutz­wür­dig gewe­sen. Die Wirk­sam­keit der All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­run­gen habe schon lan­ge im Streit gestan­den und die Kri­te­ri­en, auf­grund derer das Bun­des­ar­beits­ge­richt sie am 21.09.2016 für unwirk­sam erklärt habe, sei­en in der Fach­li­te­ra­tur bekannt gewe­sen. Dass eine tarif­ver­trag­li­che Rege­lung durch ein Gesetz aus­ge­tauscht wer­den wür­de, sei unvor­her­seh­bar gewe­sen. Auch sei die Rück­wir­kung nicht durch über­ra­gen­de Belan­ge des Gemein­wohls gerecht­fer­tigt. Das Gesetz sei – anders als tarif­ver­trag­li­che Rege­lun­gen – am stren­gen Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit zu mes­sen, den es ver­let­ze. Es sei schon nicht erfor­der­lich, denn der Gesetz­ge­ber sei zu Unrecht davon aus­ge­gan­gen, das Gesetz ver­ab­schie­den zu müs­sen, weil nach den Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ar­beits­ge­richts im Sep­tem­ber 2016 zahl­rei­che Bei­trags­rück­for­de­run­gen und damit die Über­schul­dung der Sozi­al­kas­sen gedroht hät­ten. Er habe sich auf unzu­tref­fen­de Anga­ben der Tarif­par­tei­en ver­las­sen, ohne deren Trag­fä­hig­keit zu hin­ter­fra­gen. Tat­säch­lich sei das Aus­maß mög­li­cher Rück­for­de­run­gen gänz­lich unklar gewe­sen. Eine Pro­gno­se „ins Blaue hin­ein“ kön­ne im grund­rechts­re­le­van­ten Bereich aber nicht genü­gen. Der Gesetz­ge­ber hät­te viel­mehr bele­gen müs­sen, mit wel­chen Rück­for­de­run­gen zu rech­nen sei und wel­che Kon­se­quen­zen das habe. Das sei nicht gesche­hen. Zudem hät­te die behaup­te­te Gefähr­dung der Sozi­al­kas­sen durch das mil­de­re Mit­tel der Finan­zie­rung aus Steu­er­mit­teln abge­wen­det wer­den kön­nen. Im Übri­gen sei das Gesetz nicht ange­mes­sen.

Dar­über hin­aus sei es nicht mit Art. 3 Abs. 1 GG zu ver­ein­ba­ren, weil es sich nur auf die Bau­bran­che in den alten Län­dern erstre­cke.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat die Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men (§ 93a Abs. 2 BVerfGG). Es konn­te dabei für das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt dahin­ste­hen, ob sie dem Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät genügt und auch im Übri­gen zuläs­sig ist, denn die erho­be­nen Rügen grif­fen jeden­falls nicht durch:

Ech­te Rück­wir­kung – und der Ver­trau­ens­schutz

Das Gesetz zur Siche­rung der Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren im Bau­ge­wer­be ver­stößt nicht gegen das ver­fas­sungs­recht­li­che Rück­wir­kungs­ver­bot. 

Nach den in Art. 12 Abs. 1 bezie­hungs­wei­se Art. 2 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art.20 Abs. 3 GG ver­an­ker­ten Prin­zi­pi­en der Rechts­si­cher­heit und des Ver­trau­ens­schut­zes in die Ver­läss­lich­keit und Bere­chen­bar­keit der unter der Gel­tung des Grund­ge­set­zes geschaf­fe­nen Rechts­ord­nung und der auf ihrer Grund­la­ge erwor­be­nen Rech­te sind der Rück­wir­kung von Geset­zen ver­fas­sungs­recht­lich Gren­zen gesetzt [11]. So ist eine ech­te Rück­wir­kung, mit der eine Rechts­norm nach­träg­lich in einen abge­schlos­se­nen Sach­ver­halt ändernd ein­greift, grund­sätz­lich unzu­läs­sig [12]. Eine ech­te Rück­wir­kung liegt ins­be­son­de­re vor, wenn eine Rechts­fol­ge mit belas­ten­der Wir­kung schon vor dem Zeit­punkt der Ver­kün­dung des Geset­zes für bereits abge­schlos­se­ne Tat­be­stän­de gel­ten soll, also eine „Rück­be­wir­kung von Rechts­fol­gen“ vor­liegt [13]

Das Rück­wir­kungs­ver­bot fin­det im Grund­satz des Ver­trau­ens­schut­zes aber nicht nur sei­nen Grund, son­dern auch sei­ne Gren­ze. Es gilt daher nicht, soweit sich kein Ver­trau­en auf den Bestand des gel­ten­den Rechts bil­den konn­te oder ein Ver­trau­en auf eine bestimm­te Rechts­la­ge sach­lich nicht gerecht­fer­tigt und daher nicht schutz­wür­dig war [14]. Das ist nicht schon dann der Fall, wenn auf eine Rechts­la­ge ver­traut wird, die in Wahr­heit über­haupt nicht gege­ben ist, weil die maß­geb­li­chen Rechts­nor­men unwirk­sam sind. Denn auch von unwirk­sa­men Rechts­nor­men geht regel­mä­ßig zunächst der Rechts­schein aus, dass sie wirk­sam sind. Aus dem Rechts­schein kann dann schutz­wür­di­ges Ver­trau­en dar­auf erwach­sen, dass er die tat­säch­li­che Rechts­la­ge abbil­det, so dass von ihm umfass­te Begüns­ti­gun­gen nicht nach­träg­lich besei­tigt wer­den dür­fen [15].

Der Ver­trau­ens­schutz tritt aber zurück, wenn die betrof­fe­nen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sich nicht auf den durch eine ungül­ti­ge Norm erzeug­ten Rechts­schein ver­las­sen durf­ten [16]. Dann kann es zuläs­sig sein, dass der Gesetz­ge­ber rück­wir­kend eine nich­ti­ge Bestim­mung durch eine recht­lich nicht zu bean­stan­den­de Bestim­mung ersetzt [17]. Das­sel­be gilt, wenn sich der Rechts­schein auf eine Norm bezieht, wel­che die Normadres­sa­ten nicht begüns­tigt, son­dern belas­tet. Dann kann der Rechts­schein bewir­ken, dass mit der rück­wir­ken­den „Wie­der­her­stel­lung“ einer zunächst durch eine unwirk­sa­me Norm beab­sich­tig­ten Rechts­la­ge gerech­net wer­den muss. Das ist die not­wen­di­ge Kehr­sei­te des­sen, auch auf unwirk­sa­me begüns­ti­gen­de Nor­men ver­trau­en zu dür­fen. Auch hier wird eine nich­ti­ge Bestim­mung zuläs­sig rück­wir­kend durch eine nicht zu bean­stan­den­de Rege­lung ersetzt [17]. Inso­weit kann der Rechts­schein die Rück­wir­kung einer Neu­re­ge­lung recht­fer­ti­gen, weil die Betrof­fe­nen gera­de nicht dar­auf ver­trau­en durf­ten, dass die Belas­tung nun ent­fällt. Das gilt ins­be­son­de­re, wenn die Norm nicht aus mate­ri­el­len Grün­den, son­dern wegen for­ma­ler Feh­ler unwirk­sam wird. Auch mit Rück­sicht auf den in ihr zum Aus­druck gekom­me­nen Rechts­set­zungs­wil­len des Norm­ge­bers kann dann nicht dar­auf ver­traut wer­den, von einer ent­spre­chen­den Rege­lung jeden­falls für den Zeit­raum die­ses Rechts­scheins ver­schont zu blei­ben [18]

Ent­schei­dend ist, dass die mate­ri­el­len Belas­tun­gen, die in einem sol­chen „Repa­ra­tur­ge­setz“ ent­hal­ten sind, den­je­ni­gen ent­spre­chen, die in den ursprüng­li­chen, spä­ter als unwirk­sam erkann­ten Bestim­mun­gen vor­ge­se­hen waren; dann wird den Belas­te­ten durch die Rück­wir­kung nichts zuge­mu­tet, womit sie nicht ohne­hin schon zu rech­nen hat­ten [19].

Gerecht­fer­tig­te Rück­wir­kung des Soka­SiG

Die Rück­wir­kung des Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren­si­che­rungs­ge­set­zes ist danach ver­fas­sungs­recht­lich gerecht­fer­tigt. 

Das Gesetz ord­net eine „ech­te“ Rück­wir­kung an [20]. Das Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren­si­che­rungs­ge­setz belas­tet Arbeit­ge­ber mit Bei­trags­pflich­ten, die nicht kraft Ver­bands­mit­glied­schaft tarif­ge­bun­den sind, und begrün­det die­se Bei­trags­pflich­ten für Zeit­räu­me, die im Zeit­punkt des Inkraft­tre­tens des Geset­zes bereits abge­schlos­sen waren. 

Die­se Rück­wir­kung ist aus­nahms­wei­se gerecht­fer­tigt. Den hier inter­es­sie­ren­den All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­run­gen, die durch die gesetz­li­che Rege­lung ersetzt wer­den, kam vor den Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 21.09.2016 der Rechts­schein der Wirk­sam­keit zu. Die All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung ent­hält nach § 5 Abs. 4 Satz 1 TVG wie auch das Gesetz einen gül­ti­gen Norm­be­fehl. Gesetz und All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung unter­schei­den sich zwar in ihrem Zustan­de­kom­men, erzeu­gen aber glei­cher­ma­ßen Rechts­schein der Wirk­sam­keit [21]

Der Rechts­schein der Wirk­sam­keit wird nicht dadurch zer­stört, dass die All­ge­mein­ver­bind­lich­keit der ein­schlä­gi­gen Tarif­ver­trä­ge umstrit­ten war. Es mag zwar sein, dass die Maß­ga­ben zur Unwirk­sam­keit der All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­run­gen in der Fach­li­te­ra­tur bereits ange­legt waren, das Bun­des­ar­beits­ge­richt also kei­ne uner­wart­ba­re Ent­schei­dung getrof­fen hat. Doch genü­gen fach­li­che Beden­ken nicht, um den Rechts­schein einer Norm zu zer­stö­ren. Auch war die Tarif­nor­mer­stre­ckung auf Außen­sei­ter schon vor dem Tag der Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ar­beits­ge­richts am 21.09.2016 recht­lich in Zwei­fel gezo­gen wor­den. So hat­ten sich von den Sozi­al­kas­sen in Anspruch genom­me­ne Arbeit­ge­ber gegen die Bei­trags­pflich­ten zur Wehr gesetzt [22]. Doch genügt auch dies nicht, um den Rechts­schein der Wirk­sam­keit der Norm zu zer­stö­ren. Die Zwei­fel haben die Gerich­te – soweit ersicht­lich – in kei­nem Fall über­zeugt. Die Tarif­nor­mer­stre­ckung durch die All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­run­gen wur­de viel­mehr durch­gän­gig als wirk­sam ange­se­hen und dem­entspre­chend wur­den Bei­trags­zah­lun­gen aus­ge­ur­teilt. Daher ist anzu­neh­men, dass die betei­lig­ten Akteu­re von der Wirk­sam­keit der Erstre­ckung des Sozi­al­kas­sen­ver­fah­rens aus­ge­gan­gen sind [23]

Die durch die tarif­ver­trag­li­chen Rege­lun­gen Belas­te­ten muss­ten hier auch von deren Wirk­sam­keit aus­ge­hen. Sie konn­ten nicht dar­auf ver­trau­en, dass die All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­run­gen unwirk­sam sind. Auch die im Zeit­punkt des Pla­nens und Han­delns unge­wis­se, sich spä­ter als rich­tig her­aus­stel­len­de Ansicht, eine Norm sei ungül­tig, ent­bin­det nicht davon, zu berück­sich­ti­gen, dass die ange­wand­te Norm wei­ter­hin gül­tig sein kann [24]

Es kommt inso­fern nicht dar­auf an, ob die Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ar­beits­ge­richts zur Unwirk­sam­keit der All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­run­gen allein auf „for­ma­le Grün­de“ gestützt sind [25]. For­ma­le und mate­ri­el­le Aspek­te sind regel­mä­ßig eng mit­ein­an­der ver­bun­den. So betrifft die Anfor­de­rung, dass sich die Haus­spit­ze des zustän­di­gen Minis­te­ri­ums mit den All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­run­gen selbst befas­sen muss, zwar das Ver­fah­ren, sichert aber auch die demo­kra­ti­sche Legi­ti­ma­ti­on die­ser Ent­schei­dung. Des­glei­chen wirkt die im dama­li­gen § 5 TVG noch gefor­der­te 50%-Quote zwar for­mell, betrifft aber auch die mate­ri­el­le Reich­wei­te der tarif­li­chen Bin­dung [26]. Für die Fra­ge, ob sich eine rück­wir­ken­de Kor­rek­tur­re­ge­lung recht­fer­ti­gen lässt, ist ent­schei­dend, ob das Kor­rek­tur­ge­setz Belas­tun­gen vor­sieht, die dem ent­spre­chen, was nach Maß­ga­be des kor­ri­gier­ten Rechts ohne­hin als gel­ten­des Recht unter­stellt wer­den muss­te. Hier zeigt die Ver­fas­sungs­be­schwer­de jeden­falls in kei­ner Wei­se auf, dass mit dem ange­grif­fe­nen Gesetz inso­weit neue und eigen­stän­di­ge Belas­tun­gen ein­her­gin­gen.

Das ver­fas­sungs­recht­li­che Rück­wir­kungs­ver­bot greift hier auch nicht etwa, weil, wie die Beschwer­de­füh­re­rin vor­trägt, ein „ein­zig­ar­ti­ges Ret­tungs­ge­setz“ vor­lie­ge, mit dem nie­mand habe rech­nen kön­nen. Rich­tig ist zwar, dass das Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren im Bau­ge­wer­be bis zum Inkraft­tre­ten der ange­grif­fe­nen Rege­lung nur durch All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­run­gen und gera­de nicht durch Gesetz auf tari­fun­ge­bun­de­ne Außen­sei­ter erstreckt wor­den ist. Doch weist die Beschwer­de­füh­re­rin selbst dar­auf hin, dass die recht­li­che Zuläs­sig­keit die­ser Tarif­nor­mer­stre­ckung ver­schie­dent­lich in Zwei­fel gezo­gen wor­den sei. Wenn aber die Unwirk­sam­keit der All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­run­gen für mög­lich gehal­ten wer­den konn­te, lag es nicht fern, dass der Gesetz­ge­ber erwä­gen wür­de, die mit den All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­run­gen ver­folg­ten Zie­le mit ande­ren Mit­teln zu errei­chen. Ange­sichts der lan­gen Tra­di­ti­on der Sozi­al­kas­sen war nicht zu erwar­ten, dass ver­füg­ba­re Mög­lich­kei­ten zu ihrer Siche­rung unge­nutzt blei­ben wür­den. Zudem ist aner­kannt, dass der Gesetz­ge­ber rück­wir­kend eine von ihm abge­lehn­te Recht­spre­chung kor­ri­gie­ren darf [27]. Folg­lich war auch mit einem Gesetz zu den Sozi­al­kas­sen im Bau­ge­wer­be zu rech­nen. 

Das Soka­Sig – und der Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit

Auch die übri­gen Rügen haben kei­nen Erfolg. 

Das Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren­si­che­rungs­ge­setz ver­stößt nicht gegen das Prin­zip der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit, dem – unab­hän­gig von der Fra­ge, wel­ches Grund­recht hier kon­kret berührt ist – jede Rege­lung genü­gen muss, die in grund­recht­lich geschütz­te Rechts­po­si­tio­nen ein­greift. Ins­be­son­de­re bestehen kei­ne ver­fas­sungs­recht­lich durch­grei­fen­den Beden­ken dage­gen, dass der Gesetz­ge­ber von der Erfor­der­lich­keit und Zumut­bar­keit der Neu­re­ge­lung aus­ge­gan­gen ist. 

Soweit die Beschwer­de­füh­re­rin gegen die Erfor­der­lich­keit des Geset­zes ein­wen­det, der Gesetz­ge­ber habe nicht ohne nähe­re quan­ti­fi­zier­te Plau­si­bi­li­sie­rung anneh­men dür­fen, dass die Sozi­al­kas­sen nach den Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 21.09.2016 Rück­for­de­run­gen in exis­tenz­be­dro­hen­dem Umfang zu erwar­ten hat­ten, greift dies schon wegen des wei­te­ren Ein­schät­zungs- und Pro­gno­se­spiel­raums des Gesetz­ge­bers bei der Erfor­der­lich­keit [28] ver­fas­sungs­recht­lich nicht durch. Zwar müs­sen sich gesetz­ge­be­ri­sche Pro­gno­sen soweit mög­lich auf gesi­cher­te empi­ri­sche Daten und ver­läss­li­che Erfah­rungs­sät­ze stüt­zen [29]. Das kann aber nur gel­ten, wenn sol­che Daten vor­lie­gen oder zu erlan­gen sind. Hier ist weder sub­stan­ti­iert dar­ge­tan noch sonst ersicht­lich, dass Daten oder ande­re Erfah­rungs­grund­sät­ze dazu vor­ge­le­gen hät­ten, in wel­chem genau­en Umfang Rück­for­de­run­gen zu erwar­ten waren. Wie die Beschwer­de­füh­re­rin selbst aus­führt, war eine neue Situa­ti­on ein­ge­tre­ten; dann lie­gen typi­scher­wei­se kei­ne Daten vor. Doch ist die Annah­me plau­si­bel, dass bei einem Weg­fall der Bin­dung an den Tarif­ver­trag und damit auch an die Bei­trags­pflich­ten zu den Sozi­al­kas­sen sub­stan­ti­el­le Ein­bu­ßen ein­tre­ten kön­nen. 

Soweit die Beschwer­de­füh­re­rin die von der Gesetz­ge­bung ange­nom­me­ne Gefähr­dung der Sozi­al­kas­sen bezwei­felt, weil der Durch­set­zung von Rück­for­de­rungs­an­sprü­chen zahl­rei­che Hin­der­nis­se ent­ge­gen­stün­den, greift dies eben­falls nicht durch. So setzt sich die Beschwer­de­füh­re­rin nicht damit aus­ein­an­der, dass der Gesetz­ge­ber aus­weis­lich der Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs davon aus­ging, dass die Sozi­al­kas­sen auf­grund ihrer Rechts­form auch wegen Rück­for­de­rungs­an­sprü­chen, deren Wert juris­tisch nicht sicher pro­gnos­ti­zier­bar sei, Rück­stel­lun­gen zu bil­den hät­ten, was sie aber, da sie nicht auf Gewinn­erzie­lung aus­ge­rich­tet sei­en, über­for­dern dürf­te. Des­glei­chen bleibt unbe­rück­sich­tigt, dass der Gesetz­ge­ber das ange­grif­fe­ne Gesetz für erfor­der­lich hielt, weil die Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 21.09.2016 die Akzep­tanz des Sozi­al­kas­sen­we­sens ins­ge­samt in Mit­lei­den­schaft gezo­gen hät­ten [30]. Das genügt, um das gewähl­te Mit­tel zur Errei­chung sei­ner Zie­le im ver­fas­sungs­recht­li­chen Sin­ne für erfor­der­lich zu hal­ten. 

Dies gilt auch für die Leis­tungs­pflich­ten, die das ange­grif­fe­ne Gesetz gegen­über den­je­ni­gen begrün­det, die kei­ne Bei­trä­ge gezahlt hat­ten. Der Gesetz­ge­ber woll­te die Sozi­al­kas­sen auch in die Lage ver­set­zen, aus­ste­hen­de Bei­trä­ge ein­zu­zie­hen [31]. Damit hat der Gesetz­ge­ber den ihm hin­sicht­lich der Erfor­der­lich­keit einer Rege­lung zuste­hen­den Ein­schät­zungs­spiel­raum nicht über­schrit­ten [32].

Des­glei­chen ver­fängt die The­se nicht, eine Gefähr­dung der Sozi­al­kas­sen hät­te durch Steu­er­mit­tel auf­ge­fan­gen wer­den kön­nen. Es erschließt sich nicht, dass dies eben­so geeig­net wäre, die Akzep­tanz des Sozi­al­kas­sen­ver­fah­rens auf­recht­zu­er­hal­ten und die betrof­fe­nen Arbeit­ge­ber zu frei­wil­li­gen Zah­lun­gen an die Sozi­al­kas­sen zu ver­an­las­sen. 

Schließ­lich ist nicht ersicht­lich, dass das Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren­si­che­rungs­ge­setz im Übri­gen unzu­mut­bar wäre. Die Beschwer­de­füh­re­rin wen­det inso­weit ein, die Rück­wir­kung erstre­cke sich über einen „über­lan­gen“ Zeit­raum, die­je­ni­gen, die die Unwirk­sam­keit der All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­run­gen gericht­lich gel­tend gemacht hat­ten, sei­en beson­ders belas­tet, das arbeits­ver­trag­li­che Aus­tausch­ver­hält­nis gestört und beson­ders klei­ne­re Betrie­be unzu­mut­bar betrof­fen. Zu berück­sich­ti­gen ist hier jedoch, dass – soweit in die­sem Ver­fah­ren ersicht­lich – mit dem Gesetz allein die Rechts­la­ge fest­ge­schrie­ben wer­den soll­te, von der jeden­falls die Beschwer­de­füh­re­rin für den Zeit­raum vor dem 21.09.2016 aus­zu­ge­hen hat­te. Dabei muss nicht ent­schie­den wer­den, ob die gesetz­li­che Rück­wir­kung unver­hält­nis­mä­ßig wäre, wenn die Exis­tenz der in Anspruch genom­me­nen Arbeit­ge­ber gefähr­det wäre. Dass eine sol­che hier vor­liegt, ist jeden­falls nicht erkenn­bar. 

Das Soka­SiG – und die nega­ti­ve Koali­ti­ons­frei­heit

Auch die Rüge, das ange­grif­fe­ne Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren­si­che­rungs­ge­setz unter­wer­fe die erfass­ten „Außen­sei­ter“ ver­fas­sungs­wid­rig der Rege­lungs­macht der Tarif­par­tei­en, greift nicht durch. Das Grund­recht der nega­ti­ven Koali­ti­ons­frei­heit schützt nicht davor, dass der Gesetz­ge­ber die Ergeb­nis­se von Koali­ti­ons­ver­ein­ba­run­gen zum Anknüp­fungs­punkt dar­über hin­aus gel­ten­der Rege­lun­gen nimmt [33]. Allein dadurch, dass jemand den Ver­ein­ba­run­gen frem­der Tarif­ver­trags­par­tei­en unter­wor­fen wird, ist ein spe­zi­fisch koali­ti­ons­recht­lich geschütz­tes Recht nicht betrof­fen [34].

Das gilt auch mit Blick auf die Rege­lung in § 9 Soka­SiG, wonach ein in Bezug genom­me­ner Tarif­ver­trag endet, wenn er gekün­digt, auf­ge­ho­ben, geän­dert oder durch einen ande­ren Tarif­ver­trag ganz oder teil­wei­se abge­löst wird. Die Ver­bind­lich­keit der Tarif­ver­trä­ge mit ihrer in § 9 Soka­SiG umschrie­be­nen Gel­tungs­dau­er beruht damit nicht auf der Rege­lungs­macht der Tarif­par­tei­en, son­dern wei­ter­hin auf der gesetz­ge­be­ri­schen Ent­schei­dung. Allein der Gel­tungs­be­fehl des demo­kra­tisch legi­ti­mier­ten Gesetz­ge­bers ist maß­geb­lich für die Tarif­nor­mer­stre­ckung. 

Das Soka­Sig – und der Gleich­heits­grund­satz

Es ist nicht erkenn­bar, inwie­fern das Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren­si­che­rungs­ge­setz gegen das all­ge­mei­ne Gleich­heits­grund­recht (Art. 3 Abs. 1 GG) ver­sto­ßen soll [35]. Die Gel­tung des Geset­zes nur für die Bau­bran­che, nicht aber für ande­re Wirt­schafts­zwei­ge mit für all­ge­mein­ver­bind­lich erklär­ten Sozi­al­kas­sen­ta­rif­ver­trä­ge, erklärt sich schon dar­aus, dass nur die All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­run­gen die­ser tarif­ver­trag­li­chen Rege­lun­gen gericht­lich für unwirk­sam erklärt wor­den waren. Zwi­schen­zeit­lich hat der Gesetz­ge­ber die All­ge­mein­ver­bind­lich­keit im Übri­gen auch für die ande­ren Bran­chen mit dem Gesetz zur Siche­rung der tarif­ver­trag­li­chen Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren vom 01.09.2017 ((BGBl I S. 3356), dem soge­nann­tes „Soka­SiG II“, gere­gelt. Dane­ben lässt sich die Gel­tung des hier ange­grif­fe­nen Geset­zes nur in den alten Bun­des­län­dern ange­sichts des grund­sätz­lich wei­ten Spiel­raums des Gesetz­ge­bers nicht allein mit der The­se erschüt­tern, es gebe dafür kei­nen Grund. 

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 11. August 2020 – 1 BvR 2654/​17

  1. BGBl. I Sei­te 1210[]
  2. zum Gan­zen BVerfGE 55, 7 <9 ff.> BVerfG, Beschluss vom 10.01.2020 – 1 BvR 4/​17[]
  3. BVerfG, Beschlüs­se vom 10.01.2020 – 1 BvR 4/​17, 1 BvR 593/​17, 1 BvR 1104/​17, 1 BvR 1459/​17[]
  4. BT-Drs. 18/​10631[]
  5. vgl. Ste­no­gra­fi­scher Bericht der 215. Sit­zung des Deut­schen Bun­des­ta­ges, S. 21588[]
  6. BR-Drs. 54/​17[]
  7. BGBl I S. 1210[]
  8. vgl. Hes­si­sches LAG, Urteil vom 02.06.2017 – 10 Sa 907/​16; LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 16.06.2017 – 3 Sa 1830/​16[]
  9. BAG, Urteil vom 20.11.2018 – 10 AZR 121/​18[]
  10. BAG, Urteil vom 22.01.2020 – 10 AZR 387/​18, Rn. 45 ff.[]
  11. vgl. BVerfGE 148, 217 <255 Rn. 134 f.> m.w.N.; stRspr[]
  12. vgl. BVerfGE 141, 56 <73 Rn. 43> zu ech­ter und unech­ter Rück­wir­kung BVerfGE 135, 1 <13 Rn. 37> sowie BVerfGE 89, 48 <66>[]
  13. vgl. BVerfGE 127, 1 <16 f.> 132, 302 <318 Rn. 42> m.w.N.; 135, 1 <14 Rn. 40 f.>[]
  14. vgl. BVerfGE 135, 1 <21 f. Rn. 61 f.>[]
  15. vgl. schon BVerfGE 13, 261 <272> sowie BVerfGE 18, 429 <439> 50, 177 <193 f.> 135, 1 <22 Rn. 62> fer­ner BVerfGK 10, 346 <352 f.> 14, 244 <250> BVerfG, Beschluss vom 21.06.1988 – 1 BvR 35/​88 5; Beschluss vom 12.11.2015 – 1 BvR 2961/​14, Rn. 56[]
  16. vgl. BVerfGE 101, 239 <263 f.> 122, 374 <394 f.> 135, 1 <22 Rn. 62>[]
  17. vgl. BVerfGE 13, 261 <272>[][]
  18. vgl. BVerfGK 16, 162 <166 f.>[]
  19. vgl. BVerfGE 22, 330 <348> fer­ner BVerfGK 10, 346 <352 f.> 16, 162 <168>[]
  20. so auch BAG, Urteil vom 20.11.2018 – 10 AZR 121/​18, Rn. 71; Hes­si­sches LAG, Urteil vom 02.06.2017 – 10 Sa 907/​16 80; LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 16.06.2017 – 3 Sa 1830/​16 38; des­glei­chen Bader, juris­PR-ArbR 31/​2017 Anm. 2; Berndt, DStR 2017, S. 1166 <1169> Bie­der­mann, BB 2017, S. 1333 <1338> Engels, NZA 2017, S. 680 <684>[]
  21. vgl. BVerfGE 44, 322 <340 f., 348> BVerfG, Beschluss vom 10.01.2020 – 1 BvR 4/​17, Rn. 13[]
  22. bei­spiel­haft EGMR, G. K. GmbH gegen Deutsch­land, Urteil vom 02.06.2016, Nr. 23646/​09[]
  23. vgl. Hes­si­sches LAG, Urteil vom 02.06.2017 – 10 Sa 907/​16 76, und dann auch BAG, Urteil vom 20.11.2018 – 10 AZR 121/​18, Rn. 50; aus­führ­lich Ulb­er, NZA 2017, S. 1104 <1105 f.>[]
  24. vgl. BVerfGE 22, 330 <348>[]
  25. vgl. BAG, Urteil vom 20.11.2018 – 10 AZR 121/​18, Rn. 93, 95; Hes­si­sches LAG, Urteil vom 02.06.2017 – 10 Sa 907/​16 89[]
  26. vgl. Ulb­er, NZA 2017, S. 1104 <1106 f.>[]
  27. vgl. BVerfGE 7, 89 <94> 126, 369 <392> 135, 1 <15 Rn. 45>[]
  28. vgl. BVerfGE 138, 136 <190 Rn. 142> m.w.N.[]
  29. vgl. BVerfGE 106, 62 <151>[]
  30. vgl. BT-Drs. 18/​10631, S. 2 f.[]
  31. vgl. BT-Drs. 18/​10631, S. 3[]
  32. vgl. auch BAG, Urteil vom 27.03.2019 – 10 AZR 318/​17, Rn. 48[]
  33. vgl. BVerfGE 44, 322 <351 f.> 55, 7 <20 ff.>[]
  34. vgl. BVerfGE 64, 208 <213> 116, 202 <218 f.>[]
  35. zu den Anfor­de­run­gen an die Sub­stan­ti­ie­rung BVerfGE 131, 66 <82 ff.>[]