Sozi­al­kas­sen­bei­trä­ge – und die Kla­ge­um­stel­lung nach Inkraft­tre­ten des Soka­SiG

Die Sozi­al­kas­se (Urlaubs- und Lohn­aus­gleichs­kas­se) hat ihre zuläs­si­ge Kla­ge nicht geän­dert, indem sie die Bei­trags­for­de­run­gen in der Beru­fungs­in­stanz nicht mehr nur auf die maß­geb­li­che All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung gestützt hat, son­dern auch auf § 7 Abs. 7 iVm. Anla­ge 32 Soka­SiG.

Sozi­al­kas­sen­bei­trä­ge – und die Kla­ge­um­stel­lung nach Inkraft­tre­ten des Soka­SiG

Der pro­zes­sua­le Streit­ge­gen­stand umfasst alle kon­kur­rie­ren­den mate­ri­ell-recht­li­chen Ansprü­che. Er ändert sich auch dann nicht, wenn der Klä­ger erst im Ver­lauf des Rechts­streits eine wirk­sa­me Anspruchs­grund­la­ge benennt. Recht­li­che Begrün­dun­gen inner­halb des­sel­ben Tat­ge­sche­hens betref­fen allein die Norm­ebe­ne und damit die dem Gericht oblie­gen­de recht­li­che Bewer­tung des Tat­sa­chen­kom­ple­xes 1.

Des­halb han­delt es sich hier nicht um eine Kla­ge­än­de­rung. Bei­trags­an­sprü­che nach dem Tarif­ver­trag über das Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren im Bau­ge­wer­be, für des­sen Gel­tungs­er­stre­ckung sowohl eine All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung als auch § 7 Soka­SiG in Betracht kom­men, wer­den von dem­sel­ben den Streit­ge­gen­stand umgren­zen­den Lebens­sach­ver­halt erfasst 2. Die Ansprü­che stüt­zen sich auf das­sel­be Tat­ge­sche­hen. Sie sind weder in ihren mate­ri­ell-recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen noch in ihren Fol­gen oder struk­tu­rell grund­le­gend ver­schie­den aus­ge­stal­tet 3.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 3. Juli 2019 – 10 AZR 498/​17

  1. BAG 8.05.2019 – 10 AZR 559/​17, Rn. 11; 27.03.2019 – 10 AZR 318/​17, Rn. 14; 20.11.2018 – 10 AZR 121/​18, Rn. 27; BGH 21.02.2019 – VII ZR 105/​18, Rn. 30[]
  2. BAG 20.11.2018 – 10 AZR 121/​18, Rn. 18 ff.[]
  3. BAG 8.05.2019 – 10 AZR 559/​17, Rn. 12; 27.03.2019 – 10 AZR 318/​17, Rn. 15[]