Stich­tags­re­ge­lung für Leis­tun­gen an Gewerk­schafts­mit­glie­der

Mit der Rege­lung über den per­sön­li­chen Gel­tungs­be­reich in einem Tarif­ver­trag wer­den nicht nur "dekla­ra­to­risch" die Vor­aus­set­zun­gen für eine nor­ma­ti­ve Wir­kung des Tarif­ver­trags nach § 4 Abs. 1 TVG wie­der­holt, son­dern es wird viel­mehr eine zusätz­li­che Anspruchs­vor­aus­set­zung fest­ge­legt.

Stich­tags­re­ge­lung für Leis­tun­gen an Gewerk­schafts­mit­glie­der

Ein Anspruch kann in die­sem Fall nicht nur eine Mit­glied­schaft in der IG Metall im Sin­ne einer Tarif­ge­bun­den­heit nach § 3 Abs. 1, § 4 Abs. 1 TVG vor­aus­set­zen, son­dern für den (hier:) ergän­zen­den Abfin­dungs­an­spruch eine zum vor­ge­se­he­nen Stich­tag bestehen­de Gewerk­schafts­mit­glied­schaft ver­lan­gen 1.

Die dabei von den Tarif­ver­trags­par­tei­en vor­ge­nom­me­ne Grup­pen­bil­dung zwi­schen Gewerk­schafts­mit­glie­dern ori­en­tiert sich an einem Stich­tag, der im Rah­men der vor­lie­gen­den Tarif­ver­trä­ge mit sozi­al­plan­ähn­li­chen Inhal­ten wirk­sam ist. Die Rege­lung des ETS-TV ver­letzt weder die nega­ti­ve Koali­ti­ons­frei­heit noch ver­stößt sie gegen den Gleich­heits­satz des Art. 3 Abs. 1 GG 2.

Die­se dif­fe­ren­zie­ren­de ver­trag­li­che Rege­lung ver­stößt im Übri­gen weder gegen den arbeits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz noch ist sie über­ra­schend oder intrans­pa­rent 3.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 7. Dezem­ber 2016 – 4 AZR 346/​14

  1. st. Rspr. vgl. iE BAG 6.07.2016 – 4 AZR 966/​13, Rn. 22; 27.01.2016 – 4 AZR 830/​13, Rn. 15; ausf. 15.04.2015 – 4 AZR 796/​13, Rn. 26, BAGE 151, 235[]
  2. st. Rspr. vgl. iE BAG 6.07.2016 – 4 AZR 966/​13, Rn. 26; 27.01.2016 – 4 AZR 830/​13, Rn.19[]
  3. im Ein­zel­nen zu die­sen Aspek­ten vgl. die aus­führ­li­che Argu­men­ta­ti­on des Bun­des­ar­beits­ge­richts in der Ent­schei­dung vom 06.07.2016 – 4 AZR 966/​13, Rn. 31 ff. mwN[]