Stich­tags­re­ge­lung für Leis­tun­gen an Gewerk­schafts­mit­glie­der

Mit der Rege­lung über den per­sön­li­chen Gel­tungs­be­reich in einem Tarif­ver­trag kön­nen nicht nur "dekla­ra­to­risch" die Vor­aus­set­zun­gen für eine nor­ma­ti­ve Wir­kung des Tarif­ver­trags nach § 4 Abs. 1 TVG wie­der­holt, son­dern auch eine zusätz­li­che Anspruchs­vor­aus­set­zung – wie die Gewerk­schafts­mit­glied­schaft zu einem bestimm­ten Stich­tag – fest­ge­legt wer­den.

Stich­tags­re­ge­lung für Leis­tun­gen an Gewerk­schafts­mit­glie­der

Dabei kann nicht nur eine Mit­glied­schaft in der Gewerk­schaft im Sin­ne einer Tarif­ge­bun­den­heit nach § 3 Abs. 1, § 4 Abs. 1 TVG vor­aus­ge­setzt, son­dern für den ergän­zen­den Abfin­dungs­an­spruch eine zum vor­ge­se­he­nen Stich­tag bestehen­de Gewerk­schafts­mit­glied­schaft ver­langt wer­den 1.

Die von den Tarif­ver­trags­par­tei­en vor­ge­nom­me­ne Grup­pen­bil­dung zwi­schen Gewerk­schafts­mit­glie­dern ori­en­tiert sich an einem Stich­tag, der im Rah­men der vor­lie­gen­den Tarif­ver­trä­ge mit sozi­al­plan­ähn­li­chen Inhal­ten wirk­sam ist. Die tarif­ver­trag­li­che Rege­lung ver­letzt weder die nega­ti­ve Koali­ti­ons­frei­heit noch ver­stößt sie gegen den Gleich­heits­satz des Art. 3 Abs. 1 GG 2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 25. Janu­ar 2017 – 4 AZR 386/​14

  1. st. Rspr. vgl. iE BAG 6.07.2016 – 4 AZR 966/​13, Rn. 22; 27.01.2016 – 4 AZR 830/​13, Rn. 15; ausf. 15.04.2015 – 4 AZR 796/​13, Rn. 26, BAGE 151, 235[]
  2. st. Rspr. vgl. iE BAG 6.07.2016 – 4 AZR 966/​13, Rn. 26; 27.01.2016 – 4 AZR 830/​13, Rn.19[]