Still­le­gung eines Betriebs­teils – und die Kün­di­gung des dort beschäf­tig­ten Betriebs­rats­mit­glieds

Soll­te der Beschäf­ti­gungs­be­trieb der Klä­ge­rin vor dem Kün­di­gungs­ter­min still­ge­legt wor­den sein, wäre die ordent­li­che Kün­di­gung gleich­wohl sozi­al nicht gerecht­fer­tigt iSv. § 1 Abs. 2 KSchG, wenn die Beklag­te die Klä­ge­rin auf einem frei­en Arbeits­platz in einem ande­ren Betrieb ihres Unter­neh­mens – ggf. zu geän­der­ten Ver­trags­be­din­gun­gen – hät­te wei­ter­be­schäf­ti­gen kön­nen 1.

Still­le­gung eines Betriebs­teils – und die Kün­di­gung des dort beschäf­tig­ten Betriebs­rats­mit­glieds

Hin­ge­gen muss­te die Beklag­te für die Klä­ge­rin nicht einen Arbeits­platz in einem ande­ren Betrieb ihres Unter­neh­mens "frei­ma­chen".

Hin­sicht­lich des Vor­lie­gens eines ande­ren, frei­en Arbeits­plat­zes gel­ten die all­ge­mei­nen Grund­sät­ze der abge­stuf­ten Dar­le­gungs- und Beweis­last gemäß § 1 Abs. 2 Satz 4 KSchG 2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 24. Okto­ber 2019 – 2 AZR 85/​19

  1. vgl. BAG 22.09.2005 – 2 AZR 544/​04, Rn. 33[]
  2. dazu BAG 24.05.2012 – 2 AZR 62/​11, Rn. 28, BAGE 142, 36[]