Stun­den­wei­se Ruf­be­reit­schaft

§ 8 Abs. 3 des Tarif­ver­tra­ges für den öffent­li­chen Diens­tes (TVöD) bestimmt, dass im Fall einer stun­den­wei­sen Ruf­be­reit­schaft ein Ent­gelt je Stun­de der Ruf­be­reit­schaft von 12,5 % des tarif­li­chen Stun­den­ent­gelts gezahlt wird. Eine stun­den­wei­se Ruf­be­reit­schaft liegt nach der tarif­li­chen Defi­ni­ti­on bei einer unun­ter­bro­che­nen Ruf­be­reit­schaft von weni­ger als zwölf Stun­den vor. Ord­net der Arbeit­ge­ber an einem Kalen­der­tag oder bin­nen 24 Stun­den an zwei auf­ein­an­der­fol­gen­den Kalen­der­ta­gen zwei oder mehr jeweils weni­ger als zwölf Stun­den umfas­sen­de Ruf­be­reit­schaf­ten an, so lie­gen im tarif­li­chen Sin­ne meh­re­re Rufbereitschaften iSv. § 8 Abs. 3 TVöD vor. Für die­se Ruf­be­reit­schaf­ten ist des­halb ledig­lich die Stun­den­ver­gü­tung von 12,5 % des tarif­li­chen Stun­den­ent­gelts und nicht die Tages­pau­scha­le nach § 8 Abs. 3 Satz 1 und Satz 2 TVöD zu zah­len.

Stun­den­wei­se Ruf­be­reit­schaft

Der Klä­ger in dem jetzt vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­de­nen Fall leis­te­te für die beklag­te Stadt zwi­schen dem 17. Dezem­ber 2005 und dem 1. März 2006 in sie­ben Fäl­len an einem Kalen­der­tag oder inner­halb von 24 Stun­den zwei Ruf­be­reit­schaf­ten, zwi­schen denen jeweils meh­re­re Stun­den lagen. Kei­ne die­ser Ruf­be­reit­schaf­ten dau­er­te für sich allein genom­men oder zusam­men­ge­rech­net mit den bis 24 Stun­den davor oder danach ange­ord­ne­ten Rufbereitschaften 12 Stun­den oder län­ger. Die beklag­te Stadt ver­gü­te­te die­se Rufbereitschaften als stun­den­wei­se Ruf­be­reit­schaf­ten mit 12,5 % des tarif­li­chen Stun­den­ent­gelts je ange­ord­ne­ter Stun­de. Mit sei­ner Kla­ge hat der Klä­ger für der­ar­ti­ge Ruf­be­reit­schaf­ten die Tages­pau­scha­le nach § 8 Abs. 3 Satz 1 und Satz 2 TVöD begehrt.

Die Kla­ge blieb in allen Instan­zen erfolg­los. Eine Ruf­be­reit­schaft dau­ert unun­ter­bro­chen im tarif­li­chen Sin­ne vom Zeit­punkt der Ver­pflich­tung des Arbeit­neh­mers, auf Abruf die Arbeit auf­zu­neh­men, bis zu dem Zeit­punkt, in dem die­se Ver­pflich­tung endet. Ord­net der Arbeit­ge­ber des­halb an einem Kalen­der­tag oder bin­nen 24 Stun­den an zwei auf­ein­an­der­fol­gen­den Kalen­der­ta­gen meh­re­re jeweils weni­ger als zwölf Stun­den andau­ern­de Ruf­be­reit­schaf­ten an, zwi­schen denen der Arbeit­neh­mer frei oder die nor­ma­le Arbeits­leis­tung zu erbrin­gen hat, sind die­se stun­den­wei­se zu ver­gü­ten. Die Vor­aus­set­zun­gen für den Anspruch auf die täg­li­che Pau­scha­le des § 8 Abs. 3 TVöD wer­den damit nicht erfüllt.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 5. Febru­ar 2009 – 6 AZR 114/​08