Tarif­li­che Alters­gren­ze für Pilo­ten

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts zu der vor Inkraft­tre­ten des AGG am 18. August 2006 gel­ten­den Rechts­la­ge sind tarif­li­che Alters­gren­zen von 60 Jah­ren für Pilo­ten durch einen sach­li­chen Grund im Sin­ne des § 14 Abs. 1 Satz 1 TzB­fG gerecht­fer­tigt. An die­ser Aus­le­gung des natio­na­len Rechts möch­te das Bun­des­ar­beits­ge­richt auch nach Inkraft­tre­ten des AGG fest­hal­ten. Dar­an sieht es sich jedoch mög­li­cher­wei­se durch die Vor­ga­ben der Richt­li­nie 2000/​78/​EG und/​oder den all­ge­mei­nen Grund­satz des Gemein­schafts­rechts über das Ver­bot der Dis­kri­mi­nie­rung wegen des Alters gehin­dert, die bei der Aus­le­gung der Vor­schrif­ten des AGG und des TzB­fG zu berück­sich­ti­gen sind. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat daher gemäß Art. 234 EG das bei ihm anhän­gi­ge Ver­fah­ren aus­ge­setzt und den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten um Vor­ab­ent­schei­dung zu fol­gen­der Fra­ge ersucht:

Tarif­li­che Alters­gren­ze für Pilo­ten

Sind Art. 2 Abs. 5, Art. 4 Abs. 1 und/​oder Art. 6 Abs. 1 Satz 1 der Richt­li­nie 2000/​78/​EG des Rates vom 27. Novem­ber 2000 zur Fest­le­gung eines all­ge­mei­nen Rah­mens zur Ver­wirk­li­chung der Gleich­be­hand­lung in Beschäf­ti­gung und Beruf und/​oder der all­ge­mei­ne Grund­satz des Gemein­schafts­rechts über das Ver­bot der Dis­kri­mi­nie­rung wegen des Alters so aus­zu­le­gen, dass sie Rege­lun­gen des natio­na­len Rechts ent­ge­gen­ste­hen, die eine auf Grün­den der Flug­si­cher­heit beru­hen­de tarif­li­che Alters­gren­zen­re­ge­lung von 60 Jah­ren für Pilo­ten aner­ken­nen?

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 17. Juni 2009 – 7 AZR 112/​08 (A)