Tarifliche Vergütungsregelungen – und der Mindestlohn

Eine tarifliche Vergütungsregelung ist durch das Inkrafttreten des Mindestlohngesetzes nicht unwirksam geworden.

Tarifliche Vergütungsregelungen – und der Mindestlohn

Nach § 3 Satz 1 MiLoG sind Vereinbarungen, die den Anspruch auf Mindestlohn unterschreiten, insoweit unwirksam. Der gesetzliche Mindestlohnanspruch aus § 1 Abs. 1 MiLoG tritt eigenständig neben die sonstigen Grundlagen der Vergütung1 und überlagert diese2.

Unterschreitet die (tarif-)vertragliche Vergütung den gesetzlichen Mindestlohn, führt § 3 MiLoG zu einem Differenzanspruch3.

Von der in § 3 Satz 1 MiLoG bestimmten Rechtsfolge werden daher nur Abreden erfasst, die den Mindestlohnanspruch aus § 1 Abs. 1 MiLoG begrenzen.

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 11. Oktober 2017 – 5 AZR 591/16

  1. BAG 25.05.2016 – 5 AZR 135/16, Rn. 22 mwN, BAGE 155, 202; 29.06.2016 – 5 AZR 716/15, Rn. 18 f., BAGE 155, 318[]
  2. MünchKomm-BGB/Müller-Glöge 7. Aufl. § 1 MiLoG Rn. 15; Riechert/Nimmerjahn Mindestlohngesetz 2. Aufl. § 3 Rn. 3 ff.[]
  3. BAG 21.12 2016 – 5 AZR 374/16, Rn. 16 mwN, st. Rspr.[]