Tarif­lohn – und der arbeits­recht­li­che Gleichbehandlungsgrundsatz

Der arbeits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ist ein Gebot der Ver­tei­lungs­ge­rech­tig­keit, das ver­langt, Glei­ches gleich und Unglei­ches ent­spre­chend sei­ner Eigen­art ungleich zu behandeln.

Tarif­lohn – und der arbeits­recht­li­che Gleichbehandlungsgrundsatz

Wegen sei­nes Schutz­cha­rak­ters gegen­über der Gestal­tungs­macht des Arbeit­ge­bers greift die­ser Grund­satz nur dort ein, wo der Arbeit­ge­ber durch ein gestal­ten­des Ver­hal­ten ein eige­nes Regel­werk bzw. eine eige­ne Ord­nung schafft, nicht hin­ge­gen bei blo­ßem – auch ver­meint­li­chem – Nor­men­voll­zug1.

Hat mit­hin die Arbeit­ge­be­rin die Höhe des der Arbeit­neh­me­rin zuste­hen­den Aus­bil­dungs­ent­gelts nicht auf Basis eines von ihr geschaf­fe­nen Regel­werks, son­dern allein auf tarif­li­cher Grund­la­ge ermit­telt und ent­spre­chen­de Zah­lun­gen geleis­tet, folgt mit­hin ein Anspruch der Arbeit­neh­me­rin auf Dif­fe­renz­ver­gü­tung bereits des­halb nicht aus dem arbeits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz, weil des­sen Anwen­dungs­be­reich nicht eröff­net ist.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 1. Dezem­ber 2020 – 9 AZR 104/​20

  1. st. Rspr., vgl. nur BAG 18.11.2020 – 5 AZR 57/​20, Rn. 33; 14.03.2019 – 6 AZR 171/​18, Rn. 45 mwN, BAGE 166, 120[]