Tarif­ver­trä­ge – und ihre Aus­le­gung

Die Aus­le­gung des nor­ma­ti­ven Teils eines Tarif­ver­trags folgt nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts den für die Aus­le­gung von Geset­zen gel­ten­den Regeln.

Tarif­ver­trä­ge – und ihre Aus­le­gung

Aus­zu­ge­hen ist zunächst vom Tarif­wort­laut. Zu erfor­schen ist der maß­geb­li­che Sinn der Erklä­rung, ohne am Buch­sta­ben zu haf­ten.

Dabei sind der wirk­li­che Wil­le der Tarif­ver­trags­par­tei­en und damit der von ihnen beab­sich­tig­te Sinn und Zweck der Tarif­norm mit zu berück­sich­ti­gen, soweit sie in den tarif­li­chen Nor­men ihren Nie­der­schlag gefun­den haben.

Auch auf den tarif­li­chen Gesamt­zu­sam­men­hang ist abzu­stel­len.

Ver­blei­ben noch Zwei­fel, kön­nen wei­te­re Kri­te­ri­en berück­sich­tigt wer­den. Im Zwei­fel ist die Tarif­aus­le­gung zu wäh­len, die zu einer ver­nünf­ti­gen, sach­ge­rech­ten, zweck­ori­en­tier­ten und prak­tisch brauch­ba­ren Lösung führt1.

Die Aus­le­gung der Tarif­norm durch das Lan­des­ar­beits­ge­richt ist in der Revi­si­ons­in­stanz in vol­lem Umfang nach­prüf­bar2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 20. Juni 2018 – 4 AZR 342/​17

  1. BAG 19.09.2007 – 4 AZR 670/​06, Rn. 30, BAGE 124, 110; 26.04.2017 – 10 AZR 589/​15, Rn. 14; 27.07.2017 – 6 AZR 701/​16, Rn.19 []
  2. BAG 10.12 2014 – 4 AZR 503/​12, Rn.19 mwN, BAGE 150, 184 []