Tat­kün­di­gung statt Ver­dachts­kün­di­gung

Ist eine Ver­dachts­kün­di­gung als sol­che man­gels Anhö­rung des Arbeit­neh­mers unwirk­sam, hat der Tat­sa­chen­rich­ter stets zu prü­fen, ob die vom Arbeit­ge­ber vor­ge­tra­ge­nen Ver­dachts­mo­men­te geeig­net sind, die Über­zeu­gung von einer ent­spre­chen­den Tat zu gewin­nen und damit die Kün­di­gung unter dem Gesichts­punkt einer Tat­kün­di­gung zu recht­fer­ti­gen.

Tat­kün­di­gung statt Ver­dachts­kün­di­gung

Hat der Arbeit­ge­ber den Betriebs­rat ledig­lich zu einer beab­sich­tig­ten Ver­dachts­kün­di­gung ange­hört, schließt dies die Aner­ken­nung einer nach­ge­wie­se­nen Pflicht­wid­rig­keit als Kün­di­gungs­grund dann nicht aus, wenn dem Betriebs­rat alle Tat­sa­chen mit­ge­teilt wor­den sind, die – ggf. auch im Rah­men eines zuläs­si­gen Nach­schie­bens von Kün­di­gungs­grün­den – nicht nur den Ver­dacht, son­dern den Tat­vor­wurf selbst begrün­den.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 23.06.2009 – 2 AZR 474/​07