TV‑L – und die tarif­li­che Aus­schluss­fris­ten

Nach § 37 Abs. 1 Satz 1 TV‑L ver­fal­len Ansprü­che aus dem Arbeits­ver­hält­nis, wenn sie nicht inner­halb einer Aus­schluss­frist von sechs Mona­ten nach Fäl­lig­keit schrift­lich gel­tend gemacht wer­den.

TV‑L – und die tarif­li­che Aus­schluss­fris­ten

Für den­sel­ben Sach­ver­halt reicht aller­dings die ein­ma­li­ge Gel­tend­ma­chung des Anspruchs auch für spä­ter fäl­li­ge Leis­tun­gen gemäß § 37 Abs. 1 Satz 2 TV‑L aus.

Tarif­li­che Aus­schluss­fris­ten die­nen der Rechts­si­cher­heit und der Rechts­klar­heit. Der Anspruchs­geg­ner soll sich auf die aus Sicht des Anspruch­stel­lers noch offe­ne For­de­rung recht­zei­tig ein­stel­len, Bewei­se sichern und ggf. Rück­la­gen bil­den kön­nen. Er soll vor der Ver­fol­gung von Ansprü­chen, mit deren Gel­tend­ma­chung er nicht rech­net und auch nicht rech­nen muss, geschützt wer­den1.

Für eine ord­nungs­ge­mä­ße Gel­tend­ma­chung iSd. § 37 Abs. 1 TV‑L ist daher erfor­der­lich, dass der Anspruchs­geg­ner zur Erfül­lung eines bestimm­ten Anspruchs auf­ge­for­dert wird. Der Anspruch­stel­ler muss unmiss­ver­ständ­lich zum Aus­druck brin­gen, dass er Inha­ber einer nach Grund und Höhe spe­zi­fi­zier­ten For­de­rung ist und auf der Erfül­lung die­ser For­de­rung besteht2. Allein die Auf­for­de­rung, die bis­he­ri­ge Nicht­er­fül­lung „zu über­den­ken” oder „zu über­prü­fen” ist noch kei­ne Gel­tend­ma­chung im Tarif­sinn, weil ihr das ein­deu­ti­ge Erfül­lungs­ver­lan­gen fehlt3.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 23. Novem­ber 2017 – 6 AZR 33/​17

  1. BAG 3.07.2013 – 4 AZR 476/​12, Rn. 44
  2. vgl. BAG 18.02.2016 – 6 AZR 700/​14, Rn. 45 mwN, BAGE 154, 118
  3. BAG 18.04.2012 – 4 AZR 392/​10, Rn. 41, BAGE 141, 150; vgl. auch Schaub ArbR-HdB/Tre­ber 17. Aufl. § 209 Rn. 35