TV‑L: Stu­fen­zu­ord­nung nach Her­ab­grup­pie­rung

Bei vor dem 1.11.2008 erfolg­ten Her­ab­grup­pie­run­gen wur­de die Stu­fen­zu­ord­nung durch § 6 Abs. 2 Satz 3 TVÜ-Län­der gere­gelt. Für spä­te­re Her­ab­grup­pie­run­gen gilt § 17 Abs. 4 Satz 4 TV‑L. Nach die­ser Bestim­mung ist die oder der Beschäf­tig­te auch im Fall der Her­ab­grup­pie­rung aus einer indi­vi­du­el­len End­stu­fe höchs­tens der End­stu­fe der nied­ri­ge­ren Ent­gelt­grup­pe zuzu­ord­nen.

TV‑L: Stu­fen­zu­ord­nung nach Her­ab­grup­pie­rung

Soll­ten die Tarif­ver­trags­par­tei­en bewusst kei­ne Rege­lung zur Abmil­de­rung des Ver­lus­tes einer indi­vi­du­el­len End­stu­fe getrof­fen haben, wür­de dies nicht gegen Art. 3 Abs. 1 GG ver­sto­ßen. Soll­te § 17 Abs. 4 Satz 4 TV‑L hin­ge­gen bezüg­lich der Berück­sich­ti­gung einer indi­vi­du­el­len End­stu­fe eine unbe­wuss­te Rege­lungs­lü­cke ent­hal­ten, könn­te die­se nicht durch die ana­lo­ge Anwen­dung des § 6 Abs. 2 Satz 3 TVÜ-Län­der geschlos­sen wer­den. Eine tarif­li­che Rege­lung wäre viel­mehr wegen meh­re­rer Mög­lich­kei­ten der Lücken­schlie­ßung den Tarif­ver­trags­par­tei­en vor­be­hal­ten.

In dem hier vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­de­nen Fall ist die Klä­ge­rin bei dem beklag­ten Land Meck­len­burg-Vor­pom­mern als Leh­re­rin und stän­di­ge Ver­tre­te­rin des Schul­lei­ters beschäf­tigt. Sie war in die Ver­gü­tungs­grup­pe Ib BAT‑O ein­grup­piert. Nach der Über­lei­tung in den TV‑L ergab sich eine Ein­grup­pie­rung in die Ent­gelt­grup­pe 14 TV‑L. Da das Ver­gleichs­ent­gelt der Klä­ge­rin die höchs­te Ent­gelt­stu­fe über­stieg, wur­de sie einer indi­vi­du­el­len End­stu­fe zuge­ord­net. Auf­grund eines Rück­gangs der Schü­ler­zah­len wur­de die Klä­ge­rin ab dem 1.07.2010 in die Ent­gelt­grup­pe 13 TV‑L her­ab­grup­piert und der regu­lä­ren End­stu­fe 5 zuge­ord­net. Die Klä­ge­rin meint, anhand einer fik­ti­ven Über­lei­tung müs­se ent­spre­chend § 6 Abs. 2 Satz 3 TVÜ-Län­der eine neue indi­vi­du­el­le End­stu­fe errech­net wer­den, wel­che für ihre Ver­gü­tung maß­geb­lich sei.

Arbeits­ge­richt und Lan­des­ar­beits­ge­richt Meck­len­burg-Vor­pom­mern 1 haben die Kla­ge abge­wie­sen. Und die Revi­si­on der Klä­ge­rin hat­te vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richts man­gels Anwend­bar­keit des § 6 Abs. 2 Satz 3 TVÜ-Län­der eben­falls kei­nen Erfolg.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 3. Juli 2014 – 6 AZR 753/​12

  1. LAG Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Urteil vom 23.07.2012 – 2 Sa 340/​11[]