Urlaubs­ab­gel­tung – und der Ver­fall des Urlaubs­an­spruchs

Nach § 7 Abs. 4 BUr­lG ist der Urlaub abzu­gel­ten, wenn er wegen Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses ganz oder teil­wei­se nicht mehr gewährt wer­den kann. Die Bestim­mung knüpft allein an die durch die Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses ver­ur­sach­te Unmög­lich­keit an, den noch bestehen­den Urlaubs­an­spruch des Arbeit­neh­mers durch bezahl­te Frei­stel­lung von der Arbeits­pflicht zu rea­li­sie­ren 1.

Urlaubs­ab­gel­tung – und der Ver­fall des Urlaubs­an­spruchs

Der Anspruch auf Urlaubs­ab­gel­tung setzt somit vor­aus, dass die recht­li­che Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses ein­ge­tre­ten ist und bis zur Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses noch ein offe­ner Urlaubs­an­spruch bestand 2.

Dem­entspre­chend steht dem Arbeit­neh­mer ein Anspruch auf Urlaubs­ab­gel­tung nach § 7 Abs. 4 BUr­lG nicht zu, wenn er mit dem Ende des Urlaubs­jah­res oder Über­tra­gungs­zeit­raums aus dem Arbeits­ver­hält­nis aus­schei­det und der nicht genom­me­ne Urlaub wegen Frist­ab­laufs ver­fällt 3.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 19. Febru­ar 2019 – 9 AZR 278/​16

  1. BAG 22.01.2019 – 9 AZR 45/​16, Rn. 22[]
  2. vgl. EuGH 6.11.2018 – C‑569/​16 und – C‑570/​16 – [Bau­er und Will­meroth] Rn. 44; 12.06.2014 – C‑118/​13 – [Boll­a­cke] Rn. 23; BAG 20.09.2011 – 9 AZR 416/​10, Rn. 21, BAGE 139, 168[]
  3. vgl. BAG 12.03.2013 – 9 AZR 292/​11, Rn. 14; 7.08.2012 – 9 AZR 353/​10, Rn. 42, BAGE 142, 371[]