0,15 Urlaubs­ta­ge – oder: die Run­dung von bruch­tei­li­gen Urlaubs­ta­gen

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts kommt ohne eine geson­der­te Run­dungs­vor­schrift eine Run­dung von Bruch­tei­len von Urlaubs­ta­gen nicht in Betracht 1.

0,15 Urlaubs­ta­ge – oder: die Run­dung von bruch­tei­li­gen Urlaubs­ta­gen

Weder das BUr­lG noch der im vor­lie­gen­den Fall ein­schlä­gi­ge Man­tel­ta­rif­ver­trag ent­hal­ten eine sol­che Run­dungs­re­ge­lung. Soweit die Arbeit­ge­be­rin für die Aus­le­gung des MTV in ers­ter Linie auf Prak­ti­ka­bi­li­täts­er­wä­gun­gen abstellt, sind die­se nicht maß­ge­bend, da sie im Wort­laut der Tarif­vor­schrift kei­nen Nie­der­schlag gefun­den haben 2.

Eine ergän­zen­de Tarif­aus­le­gung, wie sie die Arbeit­ge­be­rin hilfs­wei­se für ange­zeigt erach­tet, schei­det man­gels Tari­flü­cke aus 3. § 17 Abs. 1 MTV ver­weist für sämt­li­che Rege­lungs­be­rei­che, für die die Tarif­ver­trags­par­tei­en in § 17 Abs. 2 bis Abs. 4 MTV kei­ne eigen­stän­di­ge Tarif­re­ge­lung geschaf­fen haben, auf die Vor­schrif­ten des BUr­lG. Die­ses ent­hält abge­se­hen von der vor­lie­gend nicht ein­schlä­gi­gen Vor­schrift des § 5 Abs. 2 BUr­lG kei­ne Run­dungs­vor­schrif­ten. Soweit die Arbeit­ge­be­rin auf eine Kom­men­tie­rung des MTV durch die Tarif­ver­trags­par­tei­en ver­weist, ver­kennt sie, dass die Kom­men­tie­rung eines Tarif­ver­trags nicht Bestand­teil der kom­men­tier­ten Tarif­re­ge­lung ist.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 8. Mai 2018 – 9 AZR 578/​17

  1. vgl. zuletzt BAG 23.01.2018 – 9 AZR 200/​17, Rn. 30 ff.[]
  2. vgl. zu den für die Aus­le­gung eines Tarif­ver­trags gel­ten­den Grund­sät­zen BAG 12.08.2015 – 7 AZR 592/​13, Rn. 16[]
  3. vgl. zu den Vor­aus­set­zun­gen einer ergän­zen­den Tarif­aus­le­gung BAG 15.12 2009 – 9 AZR 795/​08, Rn. 44[]