Urlaubs­ver­fall – und Urlaubs­ab­gel­tung

Der Urlaubs­an­spruch wan­delt sich in einen Scha­dens­er­satz­an­spruch um, der auf Gewäh­rung von Ersatz­ur­laub als Natu­ral­re­sti­tu­ti­on gerich­tet ist, wenn der Arbeit­ge­ber sich zu dem Zeit­punkt, in dem der Urlaubs­an­spruch auf­grund sei­ner Befris­tung ver­fällt, mit der Urlaubs­ge­wäh­rung in Ver­zug befin­det, § 275 Abs. 1, Abs. 4, § 280 Abs. 1, § 283 Satz 1, § 286 Abs. 1 Satz 1, § 249 Abs. 1 BGB.

Urlaubs­ver­fall – und Urlaubs­ab­gel­tung

Kann der Ersatz­ur­laub im bestehen­den Arbeits­ver­hält­nis nicht gewährt wer­den, ist er bei der Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses abzu­gel­ten 1.

Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts kommt der Arbeit­ge­ber grund­sätz­lich nur dann mit der Urlaubs­ge­wäh­rung in Ver­zug, wenn er den vom Arbeit­neh­mer recht­zei­tig gel­tend gemach­ten Urlaub nicht gewährt. Einer Gel­tend­ma­chung des Urlaubs durch den Arbeit­neh­mer bedarf es nur dann nicht, wenn der Arbeit­ge­ber die Urlaubs­ge­wäh­rung ernst­haft und end­gül­tig ver­wei­gert 2.

Danach war ein Ersatz­ur­laubs­an­spruch für den ver­fal­le­nen Zusatz­ur­laub im hier ent­schie­de­nen Fall nicht ent­stan­den. Der Arbeit­neh­mer hat­te in den Jah­ren 1998 bis 2006 von der Arbeit­ge­be­rin kei­nen Zusatz­ur­laub ver­langt. Die Arbeit­ge­be­rin hat­te die Gewäh­rung von Zusatz­ur­laub auch nicht ver­wei­gert.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 4. Novem­ber 2015 – 7 AZR 851/​13

  1. vgl. BAG 20.04.2012 – 9 AZR 504/​10, Rn. 12; 11.04.2006 – 9 AZR 523/​05, Rn. 24[]
  2. BAG 13.12 2011 – 9 AZR 420/​10, Rn. 39; aA LAG Ber­lin-Bran­den­burg 7.05.2015 – 10 Sa 86/​15, 10 Sa 108/​15, Rn. 30 ff.; 12.06.2014 – 21 Sa 221/​14, Rn. 36, das ange­nom­men hat, der Arbeit­ge­ber habe den bei ihm Beschäf­tig­ten von sich aus recht­zei­tig Urlaub zu gewäh­ren; kom­me er die­ser Ver­pflich­tung nicht nach, habe er Scha­dens­er­satz zu leis­ten, es sei denn, er habe die nicht recht­zei­ti­ge Urlaubs­ge­wäh­rung nicht zu ver­tre­ten[]
  3. gegen LAG Ber­lin-Bran­den­burg, u.a. Urteil vom 12.06.2014 – 21 Sa221/​14[]