Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und die unter­blie­be­ne Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de

Ver­fas­sungs­be­schwer­den sind unzu­läs­sig, wenn sie nicht dem Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät genü­gen.

Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und die unter­blie­be­ne Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de

Danach ent­schei­det das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nur, wenn die beschwer­de­füh­ren­de Par­tei im Aus­gangs­ver­fah­ren alle pro­zes­sua­len Mög­lich­kei­ten aus­schöpft, um die gel­tend gemach­te Grund­rechts­ver­let­zung in dem unmit­tel­bar mit ihr zusam­men­hän­gen­den sach­nächs­ten Ver­fah­ren zu ver­hin­dern oder zu besei­ti­gen 1.

Im hier ent­schie­de­nen Fall bedeu­te­te dies:

Das Bun­des­ar­beits­ge­richt über­prüft im Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren gemäß § 72 Abs. 2 Nr. 3 Alt. 1, § 72a Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 Alt. 1 ArbGG in Ver­bin­dung mit § 547 Nr. 1 ZPO auch die Ableh­nungs­ent­schei­dun­gen der Beru­fungs­in­stanz dar­auf, ob Ableh­nungs­ge­su­che in der Vor­in­stanz unter Ver­ken­nung von Bedeu­tung und Trag­wei­te des Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG behan­delt wur­den 2.

Der Beschwer­de­füh­re­rin war es daher mög­lich und auch zumut­bar, die Ableh­nungs­ent­schei­dun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts im Rah­men der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de einer gericht­li­chen Über­prü­fung zu unter­zie­hen und dabei die gerüg­te Ver­let­zung von Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG gel­tend zu machen. Dies ist jedoch unter­blie­ben.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 27. Juni 2018 – 1 BvR 1494/​17

  1. vgl. BVerfGE 112, 50, 60; 129, 78, 92; stRspr[]
  2. vgl. BAG Beschluss vom 23.09.2008 – 6 AZN 84/​08 6; Beschluss vom 17.03.2016 – 6 AZN 1087/​15 7; Beschluss vom 29.08.2016 – 9 AZN 533/​16, BeckRS 2016, 72260, Rn. 7[]