Ver­let­zung der rich­ter­li­chen Hin­weis­pflicht – und die Ver­fah­rens­rüge

Nach § 551 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b ZPO müs­sen Ver­fah­rens­rügen die genaue Bezeich­nung der Tat­sa­chen ent­hal­ten, die den Man­gel erge­ben, auf den sich die Revi­si­on stüt­zen will. Dazu muss auch die Kau­sa­li­tät zwi­schen Ver­fah­rens­man­gel und Ergeb­nis des Beru­fungs­ur­teils dar­ge­legt wer­den 1.

Ver­let­zung der rich­ter­li­chen Hin­weis­pflicht – und die Ver­fah­rens­rüge

Wird eine Ver­let­zung der dem Lan­des­ar­beits­ge­richt oblie­gen­den Hin­weis­pflicht nach § 139 Abs. 3 ZPO gerügt, muss im Ein­zel­nen vor­ge­tra­gen wer­den, wel­chen kon­kre­ten Hin­weis das Lan­des­ar­beits­ge­richt dem Revi­si­ons­klä­ger auf­grund wel­cher Tat­sa­chen hät­te ertei­len müs­sen und was die­ser auf einen ent­spre­chen­den Hin­weis vor­ge­bracht hät­te 2.

Der unter­blie­be­ne Vor­trag muss voll­stän­dig nach­ge­holt und über die Rüge aus § 139 ZPO schlüs­sig gemacht wer­den. Nur so kann das Revi­si­ons­ge­richt beur­tei­len, ob die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung auf dem unter­las­se­nen Hin­weis beruht 3.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 29. August 2018 – 7 AZR 206/​17

  1. BAG 20.04.2016 – 10 AZR 111/​15, Rn. 14, BAGE 155, 44; 17.02.2016 – 10 AZR 600/​14, Rn. 11[]
  2. BAG 20.04.2016 – 10 AZR 111/​15, Rn. 14, aaO; 16.12 2010 – 2 AZR 770/​09, Rn. 10; 23.09.2008 – 6 AZN 84/​08, Rn. 13, BAGE 128, 13[]
  3. BAG 19.10.2010 – 6 AZR 120/​10, Rn. 24[]