Ver­set­zung – und die Ver­bind­lich­keit der Wei­sung des Arbeit­ge­bers

Beim Bun­des­ar­beits­ge­richt zeich­net sich eine Recht­spre­chungs­än­de­rung ab: So hält der Fünf­te Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf eine ent­spre­chen­de Anfra­ge des Zehn­ten Senats 1 an sei­ner im Urteil vom 22.02.2012 2 ver­tre­te­nen Auf­fas­sung, wonach sich ein Arbeit­neh­mer über eine unbil­li­ge Aus­übung des Wei­sungs­rechts – sofern sie nicht aus ande­ren Grün­den unwirk­sam ist – nicht hin­weg­set­zen darf, son­dern ent­spre­chend § 315 Abs. 3 Satz 2 BGB die Gerich­te für Arbeits­sa­chen anru­fen muss, nicht mehr fest.

Ver­set­zung – und die Ver­bind­lich­keit der Wei­sung des Arbeit­ge­bers

Der Zehn­te Senat hat gemäß § 45 Abs. 3 Satz 1 ArbGG ange­fragt, ob der Fünf­te Senat an sei­ner Rechts­auf­fas­sung zur Ver­bind­lich­keit von Wei­sun­gen des Arbeit­ge­bers im Anwen­dungs­be­reich des § 106 GewO fest­hält 1. Der Fünf­te Senat hat bis­her ange­nom­men, dass sich ein Arbeit­neh­mer über eine unbil­li­ge Aus­übung des Wei­sungs­rechts – sofern sie nicht aus ande­ren Grün­den unwirk­sam sei – nicht hin­weg­set­zen dür­fe, son­dern ent­spre­chend § 315 Abs. 3 Satz 2 BGB die Gerich­te für Arbeits­sa­chen anru­fen müs­se. Wegen der das Arbeits­ver­hält­nis prä­gen­den Wei­sungs­ge­bun­den­heit sei der Arbeit­neh­mer an die durch die Aus­übung des Wei­sungs­rechts erfolg­te Kon­kre­ti­sie­rung ua. des Inhalts der Arbeits­leis­tung vor­läu­fig gebun­den, bis durch ein rechts­kräf­ti­ges Urteil die Unver­bind­lich­keit der Leis­tungs­be­stim­mung fest­ste­he 2. Der Fünf­te Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts hat auf die Anfra­ge mit­ge­teilt, dass er an die­ser Rechts­auf­fas­sung nicht mehr fest­hält.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 14. Sep­tem­ber 2017 – 5 AS 7/​17

  1. BAG 14.06.2017 – 10 AZR 330/​16 (A) [][]
  2. BAG 22.02.2012 – 5 AZR 249/​11, Rn. 24, BAGE 141, 34[][]