Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder – und das Sanierungsgeld

Die Einführung eines Sanierungsgeldes durch die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (§ 65 der VBL-Satzung) ist rechtmäßig.

Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder – und das Sanierungsgeld

Der Bundesgerichtshof hat die dafür maßgeblichen Rechtsfragen in drei Urteilen vom 20.07.20111 im Wesentlichen bereits geklärt und diese Entscheidungen durch Urteil vom 15.05.20132 bestätigt. Danach ist § 65 VBLS einer Inhaltskontrolle nach den AGB-rechtlichen Maßstäben des BGB weitgehend entzogen, weil er auf einer in Ziff. 4.1 Satz 2, Ziff. 4.2 Satz 3, Ziff. 4.3 AVP und § 37 Abs. 3 Satz 1 ATV getroffenen maßgebenden Grundentscheidung der Tarifvertragsparteien basiert3. Der gebotenen verfassungs- und europarechtlichen Überprüfung hält § 65 VBLS stand4.

Die durch die Grundentscheidung bedingte Einschränkung der Inhaltskontrolle müssen sich auch an der Beklagten beteiligte Arbeitgeber entgegenhalten lassen, die wie die Klägerin zum maßgeblichen Zeitpunkt nicht tarifunterworfen sind5.

Die Einführung des Sanierungsgelds überschreitet die Grenzen des Änderungsvorbehalts in § 14 Abs. 1 Satz 1 VBLS nicht6.

§ 65 Abs. 5a VBLS und die darauf bezogenen Ausführungsbestimmungen sind ebenfalls wirksam. Dies hat der Bundesgerichtshof in dem Urteil vom 15.05.20137 entschieden und im Einzelnen begründet.

Die genannten Bestimmungen unterfallen keiner Inhaltskontrolle. Zwar beruht § 65 Abs. 5a VBLS nicht auf einer Grundentscheidung der Tarifvertragsparteien; insoweit enthalten der ATV und der AVP 2001 keine Bestimmungen. Die Regelung des § 65 Abs. 5a VBLS ist aber entgegen der Ansicht der Revision als so genannte Preisklausel auch weitgehend der AGBrechtlichen Überprüfung entzogen8.

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§ 65 Abs. 5a VBLS genügt den Anforderungen des Transparenzgebots, an dem gemäß § 307 Abs. 3 Satz 2, Abs. 1 Satz 2 BGB auch das Preis-Leistungs-Verhältnis betreffende Klauseln zu messen sind9. Allein der Umfang und die Komplexität der Ausführungsbestimmungen führen nicht zu ihrer Intransparenz. Sie lassen sich entgegen der Ansicht der Revision mit der Erhebung „pauschaler“ Sanierungsgelder in Einklang bringen; diese erfordern keine „pauschale“ Berechnungsweise.

Eine vom Oberlandesgericht Karlsruhe10 vorgenommene Überprüfung der Berechnung der Umverteilung des Sanierungsgeldes nach § 65 Abs. 5a VBLS i.V.m. den Ausführungsbestimmungen auf die Einhaltung billigen Ermessens nach § 315 Abs. 1 BGB kommt nicht in Betracht, weil der Beklagten insoweit kein Ermessenspielraum zusteht, sondern die Berechnungsfaktoren im Einzelnen festgelegt sind11.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 9. September 2014 – IV ZR 35/12

  1. BGH, Urteile vom 20.07.2011 – IV ZR 76/09, BGHZ 190, 314; IV ZR 68/09; und IV ZR 46/09[]
  2. BGH, Urteil vom 15.05.2013 – IV ZR 33/11, VersR 2013, 888 Rn. 28[]
  3. BGH, Urteile vom 20.07.2011 – IV ZR 76/09 aaO Rn. 49 ff.; IV ZR 68/09 aaO Rn. 49 ff.; und IV ZR 46/09 aaO Rn. 47 ff.[]
  4. BGH, Urteile vom 20.07.2011 – IV ZR 76/09 aaO Rn. 63 ff.; – IV ZR 68/09 aaO Rn. 63 ff.; – IV ZR 46/09 aaO Rn. 61 ff.[]
  5. BGH, Urteile vom 20.07.2011 ((BGH, Urteile vom 20.07.2011 – IV ZR 76/09 aaO Rn. 59 ff.; – IV ZR 68/09 aaO Rn. 59 ff.; – IV ZR 46/09 aaO Rn. 57 ff.[]
  6. BGH, Urteile vom 20.07.2011 – IV ZR 76/09 aaO Rn. 95 ff.; – IV ZR 68/09 aaO Rn. 93 ff.; – IV ZR 46/09 aaO Rn. 89 ff.[]
  7. BGH, Urteil vom 15.05.2013 – aaO Rn. 40 ff.[]
  8. BGH, Urteil vom 15.05.2013 aaO Rn. 41 ff.[]
  9. BGH, Urteil vom 15.05.2013 aaO Rn. 44 ff.[]
  10. OLG Karlsruhe, Urteil vom 30.12.2011 – 12 U 146/10[]
  11. vgl. BGH, Urteile vom 05.12 2012 – IV ZR 110/10, VersR 2013, 219 Rn. 21; – IV ZR 111/10; jeweils m.w.N.[]
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