Weih­nachts­geld – nur ein­ma­lig?

Leis­tet der Arbeit­ge­ber zusätz­lich zu dem ver­ein­bar­ten monat­li­chen Ent­gelt eine Son­der­zah­lung, ist durch Aus­le­gung (§§ 133, 157 BGB) zu ermit­teln, ob er sich nur zu der kon­kre­ten Leis­tung oder dar­über hin­aus auch für die Zukunft ver­pflich­tet hat.

Weih­nachts­geld – nur ein­ma­lig?

Eine dau­er­haf­te Ver­pflich­tung kann sich aus einem Ver­hal­ten mit Erklä­rungs­wert – wie einer betrieb­li­chen Übung – erge­ben 1.

Auch wenn kei­ne betrieb­li­che Übung besteht, weil der Arbeit­ge­ber eine Leis­tung nur an einen Arbeit­neh­mer erbracht hat und damit das kol­lek­ti­ve Ele­ment fehlt, kann ein Anspruch des Arbeit­neh­mers ent­stan­den sein. Das ist der Fall, wenn der Arbeit­neh­mer aus einem tat­säch­li­chen Ver­hal­ten des Arbeit­ge­bers auf ein Ange­bot schlie­ßen durf­te, das er durch schlüs­si­ges Ver­hal­ten ange­nom­men hat 2.

Die­sen Anfor­de­run­gen wur­de das Ver­hal­ten der Arbeits­ver­trags­par­tei­en in dem hier vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­de­nen Fall gerecht. Die Beklag­te leis­te­te die Jah­res­son­der­zu­wen­dung wäh­rend der gesam­ten Dau­er des Arbeits­ver­hält­nis­ses seit 1980 auch nach dem Aus­tritt aus dem Arbeit­ge­ber­ver­band im Jahr 2011. Sie hielt an der Leis­tung in der Pha­se der Nach­bin­dung nach § 3 Abs. 3 TVG wei­ter fest. Dar­aus durf­te der Klä­ger auf ein ver­bind­li­ches Ange­bot der Beklag­ten iSv. § 145 BGB unter Ver­zicht auf den Zugang der Annah­me­er­klä­rung (§ 151 Satz 1 BGB) schlie­ßen. Er akzep­tier­te die Zah­lun­gen unwi­der­spro­chen und nahm das Ange­bot der Beklag­ten damit durch schlüs­si­ges Ver­hal­ten an.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 23. März 2017 – 6 AZR 264/​16

  1. vgl. zB BAG 24.02.2016 – 4 AZR 990/​13, Rn. 18 ff. mwN; 19.08.2015 – 5 AZR 450/​14, Rn.20[]
  2. vgl. BAG 13.05.2015 – 10 AZR 266/​14, Rn. 11; 14.09.2011 – 10 AZR 526/​10, Rn. 12 f. mwN, BAGE 139, 156[]