Wenn die Sekre­tä­rin ehren­rüh­ri­ge Behaup­tun­gen ver­brei­tet

Ein Arbeit­neh­mer, der ehren­rüh­ri­ge Behaup­tun­gen über Vor­ge­setz­te und Kol­le­gen auf­stellt und sie zu Unrecht beschul­digt, begeht dadurch eine schwer­wie­gen­de arbeits­ver­trag­li­che Pflicht­ver­let­zung, die eine ordent­li­che Kün­di­gung recht­fer­tigt.

Wenn die Sekre­tä­rin ehren­rüh­ri­ge Behaup­tun­gen ver­brei­tet

Mit die­ser Begrün­dung hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kün­di­gungs­schutz­kla­ge einer Sekre­tä­rin abge­wie­sen. Die Klä­ge­rin wur­de von dem beklag­ten Land­kreis in einer Stadt­käm­me­rei als Sekre­tä­rin beschäf­tigt. Sie erhob vor allem gegen die Käm­me­rin, aber auch gegen wei­te­re Kol­le­gen schwe­re Vor­wür­fe; so sei es u. a. zu Alko­hol­ex­zes­sen und sexu­el­len Hand­lun­gen wäh­rend des Diens­tes gekom­men. Der Land­kreis kün­dig­te dar­auf­hin das Arbeits­ver­hält­nis ordent­lich unter Ein­hal­tung einer Kün­di­gungs­frist. Dage­gen hat die Sekre­tä­rin geklagt.

Nach Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg habe die Klä­ge­rin ihre Kol­le­gen zu Unrecht beschul­digt und hier­durch ihre arbeits­ver­trag­li­chen Pflich­ten schwer­wie­gend ver­letzt; dass die Arbeits­ab­läu­fe in der Stadt­käm­me­rei teil­wei­se zu bean­stan­den gewe­sen sei­en, recht­fer­ti­ge oder ent­schul­di­ge die ehren­rüh­ri­gen Behaup­tun­gen der Klä­ge­rin nicht. Dem Land­kreis sei es ins­ge­samt nicht zuzu­mu­ten, das Arbeits­ver­hält­nis wei­ter fort­zu­set­zen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die ordent­li­che Kün­di­gung für berech­tigt gehal­ten und die Kün­di­gungs­schutz­kla­ge der Klä­ge­rin abge­wie­sen.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 4. Febru­ar 2014 – 19 Sa 322/​13