Wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­ter und der Per­so­nal­rat

Bei An­wen­dung von § 81 Satz 1 rlpLPers­VG, wo­nach die Mit­be­stim­mung des Per­so­nal­rats in per­so­nel­len An­ge­le­gen­hei­ten von Be­diens­te­ten mit über­wie­gend wis­sen­schaft­li­cher Tä­tig­keit nur auf deren An­trag hin greift, ist auf­grund von § 99 Abs. 2 LPers­VG auf den hoch­schul­recht­li­chen Sta­tus des Be­trof­fe­nen als wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter und nicht auf die ma­te­ri­el­len Merk­ma­le sei­ner Tä­tig­keit ab­zu­stel­len.

Wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­ter und der Per­so­nal­rat

Der gemein­sa­me Nen­ner der in § 99 Abs. 2 LPers­VG bezeich­ne­ten Per­so­nen­grup­pen liegt dar­in, dass sie von der Vor­schrift anhand ihres hoch­schul­recht­li­chen Sta­tus erfasst wer­den. Mit der Maß­ga­be, dass sie „Beschäf­tig­te mit über­wie­gend wis­sen­schaft­li­cher Tätig­keit im Sin­ne die­ses Geset­zes (sind)“, ver­wen­det die Vor­schrift eine wort­glei­che For­mu­lie­rung wie in § 81 Satz 1 LPers­VG („… sowie der Beschäf­tig­ten mit über­wie­gend wis­sen­schaft­li­cher oder künst­le­ri­scher Tätig­keit …“). Es liegt auf der Hand, dass § 99 Abs. 2 LPers­VG u.a. bezweckt, für die von ihm erfass­ten Per­so­nen­grup­pen im Rah­men der Anwen­dung von § 81 Satz 1 LPers­VG eine mate­ri­el­le Prü­fung der jewei­li­gen Tätig­keits­merk­ma­le obso­let zu machen, um durch Anknüp­fung an den hoch­schul­recht­li­chen Sta­tus eine abgren­zungs­si­che­re Bestim­mung des­je­ni­gen Per­so­nen­krei­ses zu ermög­li­chen, für den die Mit­be­stim­mung in per­so­nel­len Ange­le­gen­hei­ten nur auf Antrag greift. Hät­te der Gesetz­ge­ber im Sinn gehabt, eine sol­che Prü­fung ledig­lich für Zwe­cke der Bestim­mung der Grup­pen­zu­ge­hö­rig­keit gemäß § 99 Abs. 1 LPers­VG – der eben­so wie § 81 Satz 1 LPers­VG von „Beschäf­tig­ten mit über­wie­gend wis­sen­schaft­li­cher Tätig­keit“ spricht – in Ver­bin­dung mit § 4 Abs. 2 LPers­VG obso­let zu machen, hät­te er bei Beach­tung der übli­chen geset­zes­re­dak­tio­nel­len Gepflo­gen­hei­ten am Ende von § 99 Abs. 2 LPers­VG die For­mu­lie­rung „im Sin­ne von Absatz 1“ ver­wen­det. Die statt­des­sen ver­wen­de­te For­mu­lie­rung „im Sin­ne die­ses Geset­zes“ macht deut­lich, dass der Gesetz­ge­ber für die frag­li­che Anord­nung min­des­tens einen wei­te­ren Anwen­dungs­fall im Auge gehabt haben muss. Nach Lage der Din­ge kann es sich hier­bei nur um die Fest­le­gung des Per­so­nen­krei­ses im Sin­ne von § 81 Satz 1 LPers­VG han­deln; in den übri­gen Rege­lungs­zu­sam­men­hän­gen des Geset­zes spie­len Bediens­te­te mit wis­sen­schaft­li­chem Tätig­keits­feld kei­ne Rol­le.

Die­ses Ver­ständ­nis, das durch die Geset­zes­ma­te­ria­li­en bestä­tigt wird 1, deckt sich mit der bereits vor­lie­gen­den Recht­spre­chung. Der Senat hat zwar in Bezug auf eine dem § 81 Satz 1 LPers­VG ver­gleich­ba­re Vor­schrift im Per­so­nal­ver­tre­tungs­recht des Lan­des Ber­lin aus­ge­spro­chen, dass die Tätig­keit eines Uni­ver­si­täts­be­schäf­tig­ten nicht unab­hän­gig von den ihm kon­kret über­tra­ge­nen Auf­ga­ben schon auf­grund sei­ner hoch­schul­recht­li­chen Rechts­stel­lung als „wis­sen­schaft­li­che Tätig­keit“ ange­se­hen wer­den darf 2. Hier­bei hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt aller­dings eigens her­vor­ge­ho­ben, dass im Ber­li­ner Recht eine dem dama­li­gen § 94 Abs. 2 LPers­VG – der Vor­gän­ger­norm des § 99 Abs. 2 LPers­VG – ver­gleich­ba­re Vor­schrift fehlt 3. Der Sinn die­ser Her­vor­he­bung lag offen­kun­dig dar­in, kennt­lich zu machen, dass es bei Exis­tenz einer sol­chen Vor­schrift im Ber­li­ner Recht auf die mate­ri­el­len Tätig­keits­merk­ma­le des frag­li­chen Bediens­te­ten nicht ange­kom­men wäre.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 14. August 2012 –

  1. sie­he LT-Drucks 8/​2757 S. 115[]
  2. BVerwG, Beschluss vom 07.10.1988 – 6 P 30.85, BVerw­GE 80, 265, 267 = Buch­holz 251.2 § 89 Bln­Pers­VG Nr. 1 S. 3[]
  3. BVerwG, a.a.O. S. 4[]